EU-Schweinemarkt: Nachösterliche Flaute lässt zahlreiche Preise schwächeln

Österreich: Geringeres Angebot und freundliches Wetter sorgen für stabile Notierung.

Wien, 1. April 2016 (aiz.info). - Die Marktlage unmittelbar nach Ostern zeigt alljährlich ein ähnliches Bild. Einerseits müssen noch feiertagsbedingt stehen gebliebene Partien aufgearbeitet werden, andererseits beeinflussen Restbestände von ostertypischen Lebensmitteln in den Haushalten die Verzehrgewohnheiten nach den Feiertagen. Folglich ist die Versorgungslage quer durch die EU mehr als ausreichend, was in einigen Ländern wie Deutschland für Preisdruckmanöver genutzt wurde. Dort klagten die großen Schlachtunternehmen wieder einmal über schlechte Margen im Fleischverkauf und forderten einen deutlichen Preisrückgang. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) senkte in der Folge ihren Basispreis für Schlachtschweine für den Zeitraum vom 31. März bis zum 6. April um 5 Cent. In den übrigen EU-Mitgliedstaaten überwiegen unveränderte Verhältnisse.

In Österreich bleibt auch nach Ostern der Schweinemarkt reichlich versorgt. Da sich das frische Angebot aber eher in Grenzen hält, dürften sich Überhänge im Laufe der kommenden Woche deutlich reduzieren. In der Frischfleischbranche setzen bereits einige Unternehmen erste Akzente zum Start in die Grillsaison. Das Angebot von mariniertem Schweinefleisch soll zum Grillen anregen, das große Geschäft ist allerdings noch nicht zu erwarten. Vor dem Hintergrund eines rückgängigen Angebotes und ähnlicher Einschätzung für die nächste Zeit wurde an der Schweinebörse der Preis stabil gehalten, was aber nicht nach dem Geschmack aller Abnehmer war. Die Mastschweine-Notierung bleibt jedenfalls bei 1,27 Euro (Berechnungsbasis: 1,17 Euro) je kg.

"Einige hilfreiche Aspekte wie der Monatsbeginn, wo üblicherweise die Haushalte über mehr Kaufkraft verfügen, sowie frühlingshaftes Wetter mit angenehmen Temperaturen lassen aktuell auf Absatzbelebung hoffen. Auch die Erwartung, dass das Schweineangebot in nächster Zeit eher ab- als zunehmen wird, sollte dazu beitragen, dass sich die Preiskurve in nächster Zeit zwischen seitwärts und aufwärts bewegen dürfte", erklärt Johann Schlederer von der Schweinebörse zu den kurzfristigen Marktaussichten.

EU-Schweinefleischexporte im Jänner gestiegen

Die Ausfuhren von Schweinefleisch lagen im Jänner 2016 in der EU bei 162.000 t. Das ist im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Steigerung um 25%, meldet "Agra Europe". Eine wichtige Rolle spielte dabei die hohe Nachfrage aus China, die bei rund 63.000 t lag. Auch Japan, die USA, die Philippinen und Taiwan kauften mehr EU-Schweinefleisch ein. In Südkorea, Australien und Neuseeland hingegen ging das Interesse an dem Produkt zurück. Spanien und das Vereinigte Königreich profitierten am stärksten von dem Nachfrageschub bei Schweinefleisch. Spanien konnte seine Exporte um 18% erhöhen, in Großbritannien wurde sogar ein Plus von 37% verzeichnet.