EU-Schweinemarkt: Notierungen auf wackeligem Fundament

Mastschweinepreis sinkt in Österreich um 2 Cent.

Wien, 2. Oktober 2015 (aiz.info). - Am europäischen Schlachtschweinemarkt stabilisierte ein nicht weiter drückendes Angebot die Leitnotierung in Deutschland. Die Notierung blieb unverändert, nachdem zu Wochenbeginn noch von weiterer Preisrücknahme die Rede war. Das rechtzeitige Anmelden schlachtreifer Schweinepartien zum Verkauf könnte in einigen Fällen der aktuellen Arbeitsspitze am Acker zum Opfer gefallen sein. In Frankreich verliert die Notierung abermals (-1,7 Cent), zudem sind der Schweinebörse in Plerin zwei für die Preisbildung wichtige Käufer abhanden gekommen. Einmal mehr beklagen die französischen Abnehmer den massiven Preisdruck dänischer und deutscher Mitbewerber.

In Österreich lag das Schweineangebot im September um 10% über dem Augustniveau, wurde aber reibungslos und zeitnah vom Markt aufgenommen. Vermutlich entsprach die jüngste Quartalsbilanz nicht den Vorstellungen der heimischen Schlachtbranche. Nicht anders ist es zu erklären, dass die Abnehmer hierzulande eine massive Preisrücknahme für die erste Oktoberwoche forderten. Hauptargument war dabei der zuletzt angewachsene Preisabstand zu Deutschland. Da mit der Rücknahme um 2 Cent keine einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte, kam es vereinzelt zur Stornierung von Bestellungen. Die Mastschweine-Notierung sinkt jedenfalls auf 1,46 Euro je kg (Berechnungsbasis: 1,36 Euro).

"Derzeit sind keine ernstzunehmenden Anzeichen für eine Entspannung sichtbar. Verschiedene Hoffnungsaspekte wie die geförderte Private Lagerhaltung (PLH) in der EU oder die zunehmende Nachfrage der Fleischindustrie mit Blick Richtung Weihnachtsgeschäft lassen noch auf sich warten", fasst Johann Schlederer von der Österreichischen Schweinebörse die kurzfristigen Marktaussichten zusammen.