EU-Schweinemarkt: Preisgefüge auf dünnem Eis

Österreich: Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht.

Wien, 19. Februar 2016 (aiz.info). - Der Fleischmarkt ist derzeit EU-weit voller als der Schlachtschweinemarkt. Das Preisdumping am Teilesektor als Folge fehlender Absatzalternativen im Export erreicht ein bisher nie da gewesenes Niveau. Vor diesem Hintergrund standen in Deutschland diese Woche die Zeichen bei der Notierung schon auf Minus. Letztlich konnte aufgrund eines keinesfalls drückenden Schweineangebotes dieser Plan der Großabnehmer noch abgewendet werden. Jedenfalls haben führende deutsche Schlachtbetriebe mit ihren Hauspreisdrohungen den Markt gehörig verunsichert.

In Österreich halten sich Angebot und Nachfrage derzeit die Waage. Anhand des seit Jahresbeginn zurückpendelnden Schlachtgewichtes von 100 auf nunmehr 97,5 kg wird die Balance auf dieser Stufe der Wertschöpfungskette sichtbar. Auch das frische Angebot hält sich im Rahmen der aktuellen Nachfrage. Hierzulande wird ebenfalls seitens der Abnehmerschaft über massive Probleme am Fleischmarkt geklagt, trotzdem konnte die Mastschweine-Notierung an der Schweinebörse einvernehmlich stabil gehalten werden, sie liegt damit weiterhin bei 1,27 Euro (Berechnungsbasis: 1,17 Euro) je kg.

Zurzeit sind laut Schweinebörse keine Anzeichen auf Entspannung sichtbar. Im Gegenteil, der Druck von der roten Seite (Schlachtbetriebe) könnte auf die Schweinemäster überschwappen, vor allem dann, wenn sich die angesagte Hauspreispolitik der Großabnehmer in der BRD durchsetzen sollte, wird betont.

Spanien überholt Deutschland beim Schweinebestand

Die spanischen Schweinehalter haben im vergangenen Jahr ihre Bestände dermaßen stark aufgestockt, dass sie ihre Berufskollegen in der BRD von Platz eins in der Europäischen Union verdrängt haben, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Laut vorläufigen Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) wurden im November 2015 insgesamt 28,37 Mio. Schweine in Spanien gezählt, das waren um 6,8% mehr als ein Jahr zuvor. In Deutschland ist die Schweineherde laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im gleichen Zeitraum um 2,8% auf 27,54 Mio. Tiere gesunken, berichtet "Agra Europe". Marktexperten gehen davon aus, dass die spanische Schweinefleischerzeugung im laufenden Jahr spürbar zunehmen wird.