EU-Schweinemarkt: Private Lagerhaltung stützt das Preisgefüge

Österreichische Schweinebörse fixiert Plus von 2 Cent.

Wien, 15. Jänner 2016 (aiz.info). -Am europäischen Schweinemarkt wird jetzt von überdurchschnittlich hohen Schlachtzahlen und -gewichten berichtet. Weil Drittlandexporte nach dem Jahreswechsel erst allmählich in Schwung kommen, ist die vergangene Woche gestartete Private Lagerhaltung von Schweinefleisch (PLH) als willkommene Maßnahme zur Verhinderung eines weiteren Preisdruckes zu sehen. Binnen weniger Tage wurden knapp 50.000 t in Brüssel beantragt. Demnach ist die neu geregelte Einfrieraktion deutlich attraktiver als im Vorjahr, wo trotz wochenlanger Laufzeit in Summe lediglich zirka 60.000 t geordert wurden. Das große Interesse deutscher Fleischunternehmen an der PLH hat insbesondere im Norden des Landes zusätzliche Nachfrage gebracht und eine weitere Preiserhöhung um 3 Cent ermöglicht.

In Österreich gelang es in der ersten vollen Arbeitswoche dieses Jahres, Überhänge am Markt zu reduzieren. Es war jedoch nicht möglich, Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht zu bringen, was sich auch an historisch hohen Schlachtgewichten von bis zu 100 kg im Durchschnitt widerspiegelt. Auch wenn mit rund 600 t Antragsvolumen für die PLH in der ersten Woche das Interesse heimischer Fleischunternehmen im internationalen Vergleich eher unterdurchschnittlich ausfiel, sind positive Nachfrageeffekte spürbar. Vor diesem Hintergrund konnte auch die österreichische Schweinebörse ein Plus von 2 Cent fixieren. Die Mastschweine-Notierung steigt damit auf 1,25 Euro je kg (Berechnungsbasis: 1,15 Euro).

"Quer durch Europa wird derzeit von hohen bis sehr hohen biologischen Leistungen bei Fruchtbarkeit und Wüchsigkeit im Maststall berichtet. Da von einem Anhalten dieser Verhältnisse auszugehen ist, wird auch in nächster Zeit mit einer guten Versorgungslage am Markt zu rechnen sein", erwartet Johann Schlederer von der Schweinebörse.