EU-Schweinemarkt reichlich versorgt - Preise treten auf der Stelle

Notierung der österreichischen Schweinebörse bleibt unverändert.

Wien, 28. Mai 2015 (aiz.info). - Quer durch die EU werden auf dem Schweinemarkt derzeit die Notierungen seitwärts geschrieben. Nirgends mangelt es an schlachtreifen Tieren, während absatzseitig national und international das Geschäft eher lustlos dahinplätschert. Deutschland wartet neuerlich mit einer unerfreulichen Meldung auf, wonach im ersten Trimester 2015 die privaten Haushalte um 3,7% weniger Schweinefleisch einkauften als im Vorjahr. Andererseits hat der Schweineproduzent Nummer eins in der EU im ersten Quartal dieses Jahres mit mehr als 15 Mio. Tieren eine Rekordschlachtung gemeldet. Die deutsche Notierung bleibt jedenfalls unverändert.

In Österreich zeigt sich der Markt ebenfalls ausreichend versorgt, auch wegen der immer noch nicht zur Gänze abgebauten Überhänge und der absatzseitig unbefriedigten Geschäftserwartungen im Grillartikelbereich. Bei den weniger wertvollen Teilstücken des Schweines (fette Abschnitte für die Verarbeitung) wird ein Rekordtiefpreis von 25 Cent/kg gemeldet. Vor diesem Hintergrund wurde an der heimischen Schweinebörse die Mastschweine-Notierung auf unverändertem Niveau fixiert, sie bleibt also bei 1,38 Euro (Berechnungsbasis: 1,28 Euro).

"Die Anzeichen auf zumindest stabile Verhältnisse überwiegen derzeit. Die nach Fronleichnam wieder vollen Schlachtwochen werden sich auf den heimischen Markt nicht nachteilig auswirken und es bleibt uns auch die Hoffnung auf nachhaltigeres Grillwetter", fasst Johann Schlederer von der Schweinebörse die kurzfristigen Aussichten zusammen.

EU-Schweinefleischexporte im ersten Quartal 2015 deutlich gestiegen

Nach einem Rückgang um 2% im Jahr 2014 sind die EU-Schweinefleischexporte im ersten Quartal des Jahres 2015 deutlich (+13%) gestiegen. Insgesamt wurden gut 390.500 t im Wert von 319 Mio. Euro exportiert, teilt der Verband der deutschen Fleischwirtschaft (VDF) mit. Deutlich zugenommen haben vor allem die Exporte nach China (+25%), Südkorea (+44%), Australien (+84 %) sowie in die Philippinen (+19%) und in die USA (+41%). Die Lieferungen nach Japan sind aufgrund des geringeren Importbedarfs gesunken (-9%). Die Ausfuhren nach Hongkong verzeichneten einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23%. Die EU-Exporte von Nebenprodukten aus der Schweineverarbeitung nahmen im ersten Quartal stark zu, und zwar um 12%.