EU-Schweinemarkt: Stabiles Preistief stellt Landwirte auf die Probe

Notierung in Österreich unverändert.

Wien, 22. April 2016 (aiz.info). - Die Preise auf dem europäischen Schweinemarkt befinden sich seit sechs Monaten auf einem Sechs-Jahres-Tief. Damit schreiben europaweit Schweinehalter massive Verluste. Ursachen für dieses Dilemma sind primär die Weltpolitik, Stichwort Russlandembargo, aber auch der exportorientierte Expansionskurs der führenden Schweineproduktionsländer in der EU. Die dadurch anhaltende Sättigung des Marktes lässt eine dringend erforderliche Preisentwicklung nach oben nicht zu. Alle Notierungen treten auf der Stelle.

In Österreich zeigt sich der Schweinemarkt reichlich versorgt. Das Geschäft in alle Absatzrichtungen wird seitens der Fleischwirtschaft als schwierig beschrieben. Besondere Sorge bereitet der Fleischteil Schlögel, der aktuell durch historisch tiefe Schleuderpreise aus Deutschland entwertet wird. Auch die Erwartungen auf Impulse zum Start der Grillsaison waren bisher enttäuschend. Vor dem Hintergrund eines guten durchschnittlichen Angebotes an schlachtreifen Tieren für die neue Woche, fixierte auch die Österreichische Schweinebörse die Notierung abermals auf dem unveränderten Preisniveau von 1,24 Euro/kg (Berechnungsbasis: 1,14 Euro).

"Es gibt kaum Anzeichen auf eine substanzielle Änderung in die gewünschte Richtung. Beim Export nach Asien werden dem Vernehmen nach steigende Mengen geordert. Mehrerlöse können dabei allerdings offensichtlich nicht erzielt werden. Beispielsweise haben die Philippinen, wo man zuletzt rund 10% des ausgefallenen Russlandvolumens unterbringen konnte, den Importzoll von 5% auf 30% hochgesetzt", berichtet Johann Schlederer von der Schweinebörse über aktuelle Entwicklungen.