EU-Schweinemarkt: Überangebot verdirbt sommerübliche Preisentwicklung

Österreich: Mastschweine-Notierung bleibt auf Vorwochenniveau.

Wien, 17. Juli 2015 (aiz.info). - Am europäischen Schweinemarkt bleibt die Preissituation trotz sommertypischer Entwicklung beim Angebot sowie unterdurchschnittlicher Stückzahlen und Schlachtgewichten EU-weit angespannt. Mit dem Abbau von hohen Lagerbeständen, schwächelndem Konsum sowie unterbrochenen beziehungsweise stockenden Exportlinien treffen gleich mehrere negative Marktkonstellationen mit entsprechend nachteiliger Wirkung auf die Preise aufeinander. So musste beispielsweise Deutschland das vorwöchige Plus umgehend zurücknehmen (-0,02), da die Hauspreisaktivitäten der Großabnehmer sich diesmal durchsetzen konnten. Damit pendeln die Schweinepreise EU-weit im Bereich +/-2 Cent relativ stabil auf einem Niveau, welches zu dieser Zeit seit sieben Jahren nicht mehr so schlecht war.

In Österreich sind schlachtreife Schweine gesucht. Zum einen, weil die Schlachtbetriebe ihre Kapazitäten auslasten wollen beziehungsweise müssen, zum anderen, weil Preisschleuderaktionen im LEH ihre Wirkung nicht verfehlen. Schweinskotelett in AMA-Gütesiegel Qualität um 2,99 Euro per kg, dürfte trotz tiefen Rohstoffeinstandspreises europaweit eine Rekordmarke sein. Für Johann Schlederer von der Schweinebörse ein weiterer Beweis dafür, dass Frischfleischverbraucher und Fleischindustrie zu den absoluten Gewinnern der Krise am Schweinemarkt zählen. Das Halten der Mastschweine-Notierung mit 1,41 Euro je kg (Berechnungsbasis: EUR 1,31) auf Vorwochenniveau sei das zurzeit bestmögliche Ergebnis.

"Erfahrungsgemäß leidet der Konsum urlaubsbedingt einige Wochen lang in den mittel- und nordeuropäischen Ballungszentren, während sich in südlichen EU-Ländern wie Italien und Spanien Vermarkter über Urlaubergeschäfte freuen können. Demzufolge existieren derzeit kaum Anzeichen auf Verbesserung der Marktlage", schätzt Schlederer die kurzfristige Marktentwicklung ein.