EU-Schweinemarkt: Volle Märkte verursachen anhaltenden Preisdruck

Österreich: Höheres Angebot lässt Notierung um 5 Cent sinken.

Wien, 12. Dezember 2014 (aiz.info). - Die Jahresende-Rallye in der europäischen Schweinebranche ist gekennzeichnet von Höchstwerten bei den Schlachtzahlen und Tiefstwerten bei den Preisen. In Deutschland wurde diesmal das angesagte weitere Minus nicht vollzogen, die Notierung bleibt unverändert. Das auf allen Ebenen florierende Fleischgeschäft scheint nun mit einem der billigsten Schweinepreise der EU zurecht zu kommen. Die meisten anderen Mitgliedstaaten tendieren so wie in den letzten Wochen um 1 bis 3 Cent abwärts.

In Österreich drehte der Markt kurz vor Anmeldeschluss von Unterversorgung auf Überangebot. Biologische Gründe (kompensatorisches Wachstum nach wochenlangen Fresslust-Problemen) sowie spekulative Momente seitens mancher Mäster dürften das schlagartige 25%ige Angebotsplus ausgelöst haben. Aufgrund des zuletzt auf historischem Höchststand befindlichen Preisabstands zu Deutschland kam es zu beginnenden Überhängen, weil namhafte Fleischindustriebetriebe auf österreichische Herkunft mit Kaufverweigerung reagierten und ihren Rohstoff stattdessen aus dem Ausland bezogen. Vor diesem Hintergrund und dem Trachten nach weitgehend reibungslosem Abwickeln der schlachtreifen Partien über die Feiertagswochen wurde hierzulande ein Minus von 5 Cent festgelegt. Die Mastschweine-Notierung sinkt somit auf 1,37 Euro (Berechnungsbasis: 1,27 Euro je kg).

Wie die weitere Marktentwicklung verlaufen wird, lässt sich derzeit schwer voraussagen: "Zurzeit herrscht Rätselraten in der Branche, ob das nun erreichte Preisniveau das neue Jahr erleben wird, oder ob es sich vor Silvester noch einmal verändern wird", berichtet Johann Schlederer von der Österreichischen Schweinebörse.