EU-Schweinemarkt: Zumindest stabile Preise zum Start ins Jahr 2016

Österreich: Ausreichendes Angebot - Notierung bleibt unverändert.

Wien, 8. Jänner 2016 (aiz.info). - Nach den Weihnachts- und Silvesterfeiertagen kehrt allmählich wieder der Routinebetrieb in der europäischen Schweinebranche ein. Während Länder wie Spanien und Frankreich noch mit Überhängen aus dem alten Jahr zu kämpfen haben, stehen einander Angebot und Nachfrage in Deutschland ziemlich ausgewogen gegenüber. Vor diesem Hintergrund konnten die Erzeugergemeinschaften in der BRD eine positive Auftaktnotierung (+3 Cent) fixieren. Dies auch deshalb, da das frische Angebot eher zurückpendelt und eine Fleischmarktbelebung bei Industrie und Export sichtbar wird.

In Österreich stehen auch nach Silvester ausreichend schlachtreife und zum Teil auch überreife Schweine zur Verfügung. Durch den Dreikönigstag fehlte hierzulande im Gegensatz zu Deutschland abermals ein Schlachttag. Nichtsdestotrotz verbreitet sich Optimismus im Fleischhandel - unter anderem auch wegen attraktiver Aktionen im Lebensmittelhandel. Während das Interesse von heimischen Schlachtunternehmen, bei der Privaten Lagerhaltung (PLH) von Schweinefleisch mitzumachen, eher gering ist, scheinen Fleischindustriebetriebe das gestützte Einlagerangebot doch in gewissem Umfang nutzen zu wollen. In der Erwartung, die Überhänge beschleunigt abbauen zu können, wurde die Mastschweine-Notierung unverändert fixiert, sie liegt daher weiterhin bei 1,23 Euro je kg (Berechnungsbasis: 1,13 Euro).

"Insgesamt überwiegt derzeit der Eindruck, dass die für den Jänner eher üblichen Preisverluste heuer nicht mehr eintreten werden. Zum einen liegt das Preisniveau ohnehin auf einem Zehnjahrestief, andererseits dürfte die PLH für einige Länder wie Spanien oder Dänemark attraktiv sein und zur gewünschten Marktentlastung beitragen", stellt Johann Schlederer von der Schweinebörse zu den kurzfristigen Markttendenzen fest.

PLH: Anträge seit 4. Jänner möglich

Wie angekündigt, sind die Maßnahmen der Europäischen Union zur geförderten Privaten Lagerhaltung (PLH) von Schweinefleisch mit 4. Jänner 2016 in Kraft getreten, seit Montag dieser Woche können entsprechende Anträge auf Beihilfen gestellt werden. Die Lagerzeit beträgt 90, 120 oder 150 Tage, die Mindestmenge pro Antrag liegt bei 10 t für Erzeugnisse ohne Knochen und bei 15 t für andere beihilfenfähige Produkte. Die Fördergelder liegen, je nach Teilstück und Lagerdauer, zwischen 250 und 364 Euro je t. Das bedeutet eine Erhöhung um rund 20% gegenüber der letzten PLH, die im März und April 2015 lief. Außerdem werden Zuschüsse auch für die Einlagerung von Schweinespeck (mit oder ohne Schwarte) gewährt. In dieser Kategorie beträgt die Lagerbeihilfe 168 bis 182 Euro je t. Schweinespeck ist traditionell auf dem russischen Markt gefragt und daher stark von der von Moskau verhängten Einfuhrsperre betroffen.

Die EU-Kommission möchte mit der PLH den nach dem russischen Importverbot unter großen Druck geratenen Schweinefleischsektor unterstützen. Die Lage auf dem EU-Markt für Schweinefleisch hat sich in den Jahren 2014 und 2015 verschlechtert. Die verzeichneten Durchschnittspreise liegen seit Mitte August 2015 unter dem Referenzschwellenwert und haben nennenswerte nachteilige Auswirkungen auf die Einkommen der Mäster. Die anhaltend schwierige Marktlage gefährdet die finanzielle Stabilität zahlreicher Betriebe. Die zeitweilige Marktrücknahme von Schweinefleisch erscheint aus Sicht der Kommission notwendig, um erneut zu einem Marktgleichgewicht und einem Anstieg der Preise zu gelangen. Agrarkommissar Phil Hogan hatte die Maßnahme im September 2015 als Teil des Unterstützungspaketes für Landwirte angekündigt.