EU Schweinemarkt: Zunehmendes Angebot stoppt Aufwärtstrend

Unveränderte Mastschweine-Notierung in Österreich.

Wien, 18. September 2015 (aiz.info). - Am europäischen Schweinemarkt erfährt der Preisanstieg seit Anfang September in den mittel- und nordwesteuropäischen Regionen keine Fortsetzung. Dem üblichen Saisonverlauf entsprechend steigen Schlachtzahlen und Schlachtgewichte. Die Fleischmärkte sind aber überwiegend gut aufnahmefähig und saugen das zunehmende Angebot problemlos auf. Demnach zeigte sich die rote und grüne Seite in Deutschland in seltener Einigkeit mit unveränderten Preisen für die neue Woche. Anders die Verhältnisse im Mittelmeerraum, wo mit dem Ferienende auch der Schweinefleischabsatz bei Gastronomie und Hotellerie gravierende Einbußen hinnehmen muss. Spanien, mit einem Selbstversorgungsgrad von 150%, versucht nun am asiatischen Markt, insbesondere China, steigende Überhänge absetzen zu können.

In Österreich gleichen sich Angebot und Nachfrage zunehmend an. Das im Vergleich zu den letzten Wochen um 10% gestiegene Angebot wird aber von der Schlachtbranche zügig geordert. Durch das knappe Angebot der letzten Wochen gelang es am Fleischmarkt verbesserte Margen zu erzielen, was der Stimmung unter den Abnehmern sicher zuträglich war. Demnach konnte auch das gestiegene Angebot für die kommende Woche problemlos platziert werden. Vor diesem Hintergrund wurde auch an der heimischen Schweinebörse die Mastschweine-Notierung mit 1,53 Euro je kg (Berechnungsbasis: 1,43 Euro) auf Vorwochenniveau fixiert.

"Mit dem aktuellen Preisniveau dürfte der Jahreshöchstpreis erreicht sein. Steigende Schlachtzahlen und -gewichte im vierten Quartal sorgen üblicherweise für Preisdruck. Die in Brüssel angekündigte Neuauflage der Privaten Lagerhaltung zu verbesserten Konditionen in Verbindung mit aussichtsreichen Äußerungen zum chinesischen Markt seitens der holländischen Rabobank, könnten hilfreiche Aspekte zur positiven Gestaltung des Schweinemarktes sein, der für den Herbst eher schwierig eingeschätzt wird", erläutert Johann Schlederer von der Schweinebörse.