EU-Schweineproduktion wird 2015 leicht zulegen

AMI: Fehlender Absatz nach Russland drückt auf die Preise.

Bonn, 17. Oktober 2014 (aiz.info). - Laut Einschätzung des Prognoseausschusses der EU-Kommission dürfte die europäische Schweineproduktion 2015 gegenüber dem Vorjahr um 0,9% auf 255 Mio. Stück zunehmen. Nach der Aufstockung der Sauenbestände wird in den meisten Ländern eine höhere Erzeugung erwartet. In Spanien, dem zweitwichtigsten Produktionsland innerhalb der EU, dürfte das Angebot stärker wachsen als in anderen Ländern, teilt die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn mit. In Österreich gehen die Experten, wie berichtet, von einer sinkenden Bruttoeigenerzeugung im ersten Halbjahr 2015 aus. "

Die Wirtschaftlichkeit der Schweinemast und der Ferkelerzeugung in der EU könnte auch im kommenden Jahr bedroht sein: Die Erzeugung steigt, aufgrund des russischen Importstopps fehlt jedoch ein wichtiger Absatzkanal. Dies kann durch Lieferungen in andere Länder kaum ausgeglichen werden. Das Preisniveau dürfte daher 2015 ähnlich niedrig sein wie aktuell, falls das Embargo andauert", stellt die AMI in ihrer Marktanalyse fest.

Durch den von Moskau verhängten Importstopp ist den europäischen Fleischvermarktern ein wichtiger Absatzweg verloren gegangen. Das hat den Markt laut AMI stärker belastet als eine moderat steigende Erzeugung. Die Folge war ein Preiseinbruch in den Monaten September und Oktober. Zurzeit liegen die Erlöse für Mastschweine EU-weit bei durchschnittlich EUR 1,45 je kg Schlachtgewicht (kalt) für Tiere der Handelsklasse E. Die EU-Kommission hat Unterstützungsmaßnahmen für den Schweinemarkt bisher mit der Begründung abgelehnt, der Preisverfall sei eher durch das gestiegene Angebot begründet als durch den Wegfall des Russlandexports. Unter den Mitgliedstaaten gibt es bis dato keine einheitliche Position dazu, welche Marktinstrumente (Lagerhaltung, Erstattungen usw.) in dieser Situation notwendig beziehungsweise zielführend sind.