Experten: Fakten belegen Dauerhaftigkeit von Holzkonstruktionen

Holzbauanteil konnte in Österreich deutlich gesteigert werden.

Wien, 31. März 2016 (aiz.info). - "Bauen mit Holz ist nicht nur aktiver Klimaschutz, sondern auch extrem dauerhaft, wenn es werkstoffgerecht eingesetzt wird. Das Wissen darum ist vorhanden, die Basis für Großprojekte ist da. Beweise für Dauerhaftigkeit finden sich in ganz Europa. Als Meister- und Pionierleistung des Ingenieurholzbaus kann die Klagenfurter Messehalle angesehen werden. Sie ist vor 50 Jahren entstanden und war damals eine der größten, weitgespannten Holzkonstruktionen", betonte heute Erich Wiesner, Obmann des Fachverbandes der Holzindustrie Österreichs, in einem Pressegespräch. "Holz enttäuscht uns nicht. Darum legen wir all unsere Kraft in die Forcierung der Forschung und Ausbildung sowie in die Steigerung der Effizienz bei Gesetzgebung und Normung. Ziel ist es, das Vertrauen in diesen genialen Roh- und Werkstoff noch weiter zu steigern", so Wiesner.

In dasselbe Horn stößt auch Josef Eberhardsteiner, Vizerektor der Technischen Universität Wien: "Die Bereitstellung zuverlässiger Prognose-Tools für den Holzbau ist ein Gebot der Stunde. Hier arbeiten wir eng mit den Unternehmen zusammen, denen unsere Forschungsergebnisse zu Gute kommen", so Eberhardsteiner.

Baustoff Holz holt auf

Der Wohnbau ist eines der wichtigsten Zugpferde des Holzbaus und soll 2016 für eine steigende Nachfrage sorgen. Laut Euroconstruct (europäisches Baukonjunktur-Forschungsinstitut) wird es zu einem Plus von 3% bei der Bauleistung in Europa kommen (Prognose für 2016 und 2017).

Auch in Österreich ist der Trend zu diesem umweltfreundlichen Baustoff inzwischen deutlich bemerkbar. Der Holzbauanteil konnte, bezogen auf die Gebäudeanzahl, binnen 15 Jahren von 25 auf 43% gesteigert und bezogen auf das Volumen, von 14% auf 22% vergrößert werden. Das wichtigste Segment in diesem Bereich ist der Ein- und Zweifamilienhausbau, er wird in den nächsten Jahren moderat zulegen. Im Mehrgeschossbau soll sich bis 2018 ein stärkerer Zuwachs bemerkbar machen. Ein herausragendes Beispiel dafür ist das derzeit geplante 24-stöckige Holzhochhaus in der Seestadt Aspern.

Werkstoff mit vielen Vorteilen

"Der Motor für diese boomende Nachfrage nach Holzprodukten sind steigende Investitionen in den Wohnbau beziehungsweise das Wachstum der Wohnungs-Neubauleistung in wichtigen europäischen Absatzmärkten. Dabei war das Multitalent Holz schon immer ein beliebter Baustoff Dank seiner vielen guten Eigenschaften", erklärte Wiesner. Vorteile dieses Werkstoffs seien das geringe Eigengewicht, die leichte Bearbeitbarkeit und örtliche Verfügbarkeit, weiters zu nennen seien ökologische Vorteile von Holz, das sympathische Erscheinungsbild und zahlreiche Nutzungseigenschaften.

Die wichtigsten Voraussetzungen für dauerhaften und erfolgreichen Holzbau sind laut Experten ein umfassender konstruktiver Holzschutz (Neigung der Schutzflächen, Abfluss von Leckwasser, Austrocknungsvermögen), die Beibehaltung der Widerstandsfähigkeit des Materials, eine korrekte bautechnische Konzeption und Bemessung sowie eine sorgfältige Ausführung des Holzbaus (Holzverbindungen, Leimtechnologie, etc.). Wichtig sind auch eine widmungsgerechte Nutzung und eine regelmäßige Wartung. Durch entsprechende Forschung soll das Materialverhalten noch besser prognostizierbar werden.