FAO-Lebensmittelpreisindex im April 2017 den dritten Monat in Folge gesunken

Stärkste Preisrückgänge bei Zucker und Pflanzenölen.

Rom, 4. Mai 2017 (aiz.info). - Die weltweiten Preise für sämtliche landwirtschaftliche Rohstoffe sind im April 2017 aufgrund einer anhaltend guten Versorgungslage gesunken. Der FAO-Lebensmittelpreisindex hat somit um 3,1 Punkte oder 1,8% auf 168 Punkte gegenüber März nachgegeben. Im Jahresvergleich ist das immer noch ein Plus von 15,2 Punkten oder 10%, teilt die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) heute mit. Wie im März 2017 wurden für alle Indizes - mit Ausnahme von Fleisch -, die in die Berechnung monatlicher Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe einbezogen werden, niedrigere Werte ermittelt.

Demnach hat der FAO-Getreidepreisindex im April um 1,8 Punkte oder 1,2% im Vergleich zum Vormonat abgenommen und durchschnittlich 146 Punkte betragen. Gegenüber April 2016 sind das 3,8 Punkte oder 2,5% weniger. Als Ursachen nennt die FAO einen starken Exportwettbewerb sowie Prognosen für ausreichende Getreidevorräte auch in der Saison 2017/18, was weiterhin auf die meisten internationalen Getreidepreise - insbesondere Weizen - drückte.

Der Rückgang des FAO-Preisindex für Pflanzenöle um 6,6 Punkte oder 3,9% auf durchschnittlich 161,1 Punkte im April hat den dritten monatlichen Rückgang in Folge sowie ein Neun-Monats-Tief markiert. Die Abnahme spiegelt vor allem die niedrigeren Palm- und Sojaölpreise wider, teilt die UN-Organisation mit. Die Notierungen für Palmöl haben im April 2017 den niedrigsten Stand seit Juli 2016 erreicht, basierend auf einer voraussichtlichen Produktionserholung in Südostasien sowie auf einer anhaltend schwachen globalen Importnachfrage. Die Preise für Sojaöl haben nach Berichten über Rekordernten in Südamerika sowie Schätzungen für eine deutliche Ausweitung der Anbauflächen in den USA in der Saison 2017/18 weiter an Boden verloren.

Milch: FAO-Preisindex um 3,3% gesunken

Rückläufig war im April auch der FAO-Preisindex für Milch- und Molkereiprodukte. Mit einem Minus von 6,2 Punkten oder 3,3% auf durchschnittlich 183,6 Punkte gegenüber März handelt es sich um den zweiten aufeinanderfolgenden monatlichen Rückgang. Umfangreiche Milchvorräte - nachdem die Produktion auf der nördlichen Hemisphäre in ihren saisonalen Gipfel eingetreten ist - haben Beschaffungssorgen zerstreut sowie die Erwartungen für eine höhere Milchpulver- und Käseproduktion gesteigert. Im Gegensatz dazu notierten die Butterpreise durch eine verstärkte Inlandsnachfrage in Europa und Nordamerika sowie eine dadurch reduzierte Exportverfügbarkeit unverändert.

Eine Aufwärtsbewegung hat es im April beim FAO-Preisindex für Fleisch um 2,8 Punkte oder 1,7% auf durchschnittlich 166,6 Punkte im Vergleich zum Vormonat gegeben. Der Trend für mäßige Zunahmen seit Beginn des laufenden Jahres konnte somit fortgeschrieben werden. Von Jänner bis April hat der Zuwachs laut FAO knapp 5% betragen. Eine starke Inlandsnachfrage in der EU sowie gesteigerte Absätze nach China und Korea haben für höhere Schweinefleischpreise gesorgt. Während Schaffleisch von einer saisonalen Nachfrage profitierten konnte, waren die Geflügel- und Rindfleischmärkte ausgewogen.

9,1% Preisminus bei Zucker

Der FAO-Preisindex für Zucker ist im April um 23,3 Punkte oder 9,1% auf durchschnittlich 233,3 Punkte gegenüber März auf ein Zwölf-Monats-Tief abgefallen. Die anhaltend schwache globale Importnachfrage und die Aussichten auf größere Exportlieferungen aus Brasilien zählen zu den Hauptfaktoren für den Preisrückgang im April, erklärt die FAO.