Roboter, übernehmen Sie!

Drohnen, Traktoren mit GPS-Steuerung oder sensorgesteuerte Düngerstreuer haben längst Einzug in die Landwirtschaft gehalten. Eine Zukunftstechnologie sind Feldroboter.

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Feldroboter FRANC im Einsatz © BLT Wieselburg
In der Industrie sind Robotiksysteme schon seit Jahren im Einsatz. In der Landwirtschaft hingegen sind Roboter noch selten anzutreffen. Sie haben sich bis dato lediglich im Innenbereich durchgesetzt (Melkroboter, Fütterungsroboter, Entmistungsroboter). Derzeit wird unter anderem intensiv an autonomen Feld robotern geforscht. Feldroboter sollen in Zukunft helfen, die Produktivität zu steigern und den Arbeitszeitbedarf der Landwirte zu reduzieren. Zusätzlich könnte man Sprit einsparen und den Boden schonen, da Feldroboter – im Gegensatz zu schweren Traktoren und Arbeitsgeräten – den Boden kaum verdichten.

Feldroboter schon jetzt im Einsatz

DI Heinrich Prankl von der HBLFA Francisco Josephinum / BLT Wieselburg zeigte beim Jungpower-Innovationstag des Lagerhauses Marchfeld in Obersiebenbrunn den aktuellen Entwicklungsstand von Feldrobotern. Unter anderem stellte er den Feldroboter „FRANC“ vor (siehe unten). Bereits heute können laut Prankl bei Spezialanwendungen ganze Prozessabläufe von Robotern erledigt werden. So gäbe es etwa in Spanien schon Roboter, die Erdbeeren mit einer bestimmten Größe und Reifegrad automatisch ernten. „Roboter werden sicher kommen“, ist Prankl überzeugt. Allerdings ist das vorerst nur in bestimmten Bereichen sinnvoll (z.B. auf abgesperrten Arealen). Besonders das Umsetzen der Funktionalität ist im Bereich Feldroboter sehr schwierig. Zudem gäbe es zahlreiche Sicherheits aspekte und Vorschriften zu beachten.

Der Feldroboter FRANC

Der Feldroboter „FRANC“ wurde von Schülern des Francisco Josephinums in Wieselburg und der HTL Waidhofen/Ybbs gemeinsam mit der TU-Wien gebaut. Er soll den 1. Schritt zur vollautomatischen Unkrautbekämpfung speziell im Biolandbau bilden. Ausgestattet mit moderner Antriebs- und Sensortechnik sowie Steuerung navigiert der Feldroboter selbstständig durch die Reihenkulturen. Lenkbare Vorder- und Hinterachsen ermöglichen enge Wenderadien, ein modularer Fahrzeugaufbau eine leichte Adaption an das Arbeitsumfeld. Das Projekt befindet sich zurzeit in der Test- und Optimierungs-Phase des Prototyps. Der Name „Franc“ steht übrigens für Field Robot for Advanced Navigation in bio Crops.
Autor:
Schindlbacher Reinhard