Stickstoff aus Wirtschaftsdünger nutzen

Über die möglichst verlustfreie Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger hinaus optimiert eine Stabilisierung des Ammoniums die Stickstoffausnutzung.

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© John Deere

Verbesserte N-Aufnahme der Pflanzen ermöglicht höhere Erträge

Den positiven Düngewirkungen von flüssigem Wirtschaftsdünger stehen problematische Umweltemissionen und Einschränkungen in der Ausnutzungsrate gegenüber. Während die Phosphat- und die Kaliumwirkung den Mineraldüngern ebenbürtig ist, unterliegt der Wirkungsgrad beim Stickstoff Verlustrisiken wie Ammoniakausgasungen, Lachgasemissionen und Verlusten durch Nitratverlagerungen und -auswaschungen. Diese können den Wirtschaftsdüngerkreislauf beeinträchtigen und machen eine Optimierung der betrieblichen Nährstoffbilanz notwendig.

Laut nationaler Düngeverordnung müssen zum Schutz der Gewässer N-Gaben größer 100 kg N/ ha geteilt werden. Hier gilt neben der Ausnahme „Hackfrüchte oder Gemüse auf bindigen Böden mit zumindest 15 % Tonanteil“ auch, dass auf Flächen unter 10 % Hangneigung eine Gabenteilung bei Verwendung von stabilisierten N-Dünger nicht mehr erforderlich ist. Somit können bei allen Kulturen mittels N-Stabilisatoren arbeitswirtschaftliche Vorteile erzielt werden.

Verlustminderung beim Düngen

Vor der Ausbringung organischer Wirtschaftsdünger sollten durch eine Nährstoffanalyse die Nährstoffgehalte der Gülle bekannt sein – auch, um eine korrekte Einstufung der Nährstoffflüsse im Betrieb zu gewährleisten.

Verlustmindernde Maßnahmen bei der Ausbringung der Gülle sind bekannt: Die bodennahe Ausbringungstechnik oder besser die direkte Einarbeitung vermindern die Ammoniakausgasungen.

Die Problematik beim organischen Stickstoff aus Wirtschaftsdüngern liegt in der ungesicherten Wirkungsgeschwindigkeit und -dauer. Hinzu kommt eine beträchtliche Verlustrate durch Lachgasemission und das Risiko von Nitratverlagerungen und -auswaschungen.

Effiziens des Stickstoffs steigern

Um die Stickstoffwirkung organischer Wirtschaftsdünger kontrollierbarer zu machen, stehen Ammoniumstabilisatoren (Nitrifikationsinhibitoren) wie Entec FL zur Verfügung. Die Umwandlung des in der Gülle enthaltenen Ammoniumstickstoffs im Boden zu Nitrat wird für einen längeren Zeitraum unterbunden. Die Nitratfreisetzung erfolgt verzögert und stetiger. Die Bildung von Lachgas wird eingeschränkt. Das Stickstoffangebot aus der organischen Düngung wird dem Pflanzenbedarf besser angepasst. Der Stickstoff bleibt länger in der Ammoniumform erhalten und ist deshalb vor Verlagerung und Auswaschung geschützt.

Weiterer Vorteil: Größere Stickstoffmengen können bei der Ausbringung zusammengefasst werden. Die Anwendung von Güllestabilisatoren erlaubt einen zeitlich flexibleren Einsatz und ebenso die Möglichkeit einer bodenschonenderen Ausbringung der Gülle.

Sicherung der Stickstoffwirkung

Da der Stickstoffbedarf bei Mais mit etlichen Wochen Verzögerung in der späteren Vegetationszeit sichergestellt werden muss, ist der Einsatz eines Nitrifikationsinhibitors in der Gülle vor der Saat sinnvoll. So können bei Mais Arbeitsspitzen gebrochen werden, da schon einige Wochen vor der Saat die Gülle ausgebracht werden kann. Ohne Nitrifikationsinhibitoren (NI) würden bei dieser Arbeitsweise die Verluste steigen mit NI sind sie sogar geringer als bei Ausbringung direkt vor der Saat. Sobald die Bodentemperatur steigt und das Massenwachstum des Maises einsetzt, beginnt auch die Stickstoff-Freisetzung.

Anwendungsempfehlungen

Nitrifikationsinhibitoren werden mit Gülle und Gärresten vermischt. Bei Vakuumfässern kann über den Ansaugschlauch oder über den Entlüftungshahn mit Schlauch am Ansaugschlauch zudosiert werden. Pumptankwagen sollten vor dem Befüllen mit dem Nitrifikationshemmer befüllt werden. Präzise r und einfacher geht es mit der Einmischung über eine Dosieranlage, erhältlich bei den Gülletechnikherstellern.

Die Aufwandmenge des Güllestabilisators ist nicht auf die Gülleausbringmenge, sondern auf die Fläche (l/ha) zu beziehen. Bei Entec FL sind das 6 l/ha auf unbestellten Flächen mit flacher Gülleeinarbeitung (z.B. vor der Maisaussaat) sowie zur Kopfdüngung bei Grünland und Getreide. Bei streifenförmiger Applikation als Unterfußdüngung (z.B. im Mais) mit Strip-Till kann die Aufwandmenge auf 4 l reduziert werden.

Ammoniumstabilisatoren einsetzen

Der Zusatz von Nitrifikationsinhibitoren zu Gülle und Biogasgärresten sollte immer dann erfolgen, wenn die Stickstoffwirkung nach der Ausbringung verstetigt werden soll, oder wenn wegen einer hohen Stickstoffeinzelgabe die Nitratfreisetzung kontrollierter verlaufen soll.

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