Schweine in freier Natur

Der österreichische Fleischkonsument achtet beim Einkauf verstärkt darauf, von wo er das Fleisch bezieht und ob die Tiere artgerecht gehalten werden.

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© Agrarfoto

Die Freilandhaltung von Schweinen wird häufig in der biologischen Wirtschaftsweise praktiziert. Sie unterliegt den Richtlinien der Ökologischen Landwirtschaft und wird in der EG-Öko-Verordnung und in den Richtlinien von Bioverbänden festgehalten. In Österreich ist für die Haltung von Freilandschweinen keine spezifische Genehmigung notwendig. Voraussetzung für die Errichtung eines geeigneten Geheges sind gesetzliche Bestimmungen, die im Merkblatt Nr. 77 des ÖKL (auf www.oekl.at zu bestellen) aufgelistet sind.

Grundlegende Richtlinien beachten

Die wesentlichen Punkte, welche bei der artgerechteten Haltung von Schweinen zu beachten sind:

  • Die Freilandfläche soll eine entsprechende Größe aufweisen und doppelt umzäunt werden.
  • Die Böden können leicht bis mittelschwer sein und sollen möglichst flach sein.
  • Arrondierte, gut befahrbare bzw. begehbare Flächen eignen sich am besten.
  • Maximal können 6 Schweine pro Hektar für ein halbes Jahr auf demselben Fleck gehalten werden. 
  • Kein Zugang zu offenen Wasserquellen.
  • Den Schweinen sollen Rückzugsmöglichkeiten geboten werden.
  • Der Kontakt zu anderen Tieren vermieden und die Futterstellen sollen klar abgegrenzt werden.

Fütterungsstationen und Tränken

Gefüttert werden die Schweine mittels mobilen Fütterungsstationen, die möglichst nahe am Rand des Geheges stehen. Wer die einfache Variante bevorzugt, greift auf selbstgebaute Futterstellen zurück. Wichtig ist, dass die Plätze überdacht sind, um das Futter vor dem Verderben zu schützen. Tränken sind ebenfalls mobil. Sie bestehen aus Kunststoff oder aus Metall und sind leicht zu reinigen. Werden die Schweine im Winter draußen gehalten, gibt es auch die Möglichkeit frostsicherer Tränken mit Stromanschluss. Der Wasserbedarf für Mastschweine liegt bei 3-10 Liter am Tag. Das Wasser muss frisch und frei zugänglich sein.

Der Schutz vor Hitze und Kälte

Auf keinen Fall dürfen Rückzugsmöglichkeiten auf den offenen Flächen fehlen. Am besten eignen sich Hütten aus verschiedenen Materialien dafür. Bei Holzhütten sollte darauf geachtet werden, die Kanten mit Metall zu versehen, damit die Schweine das Holz nicht annagen können. Isolierte Hütten eignen sich für den Sommer und den Winter. Zusätzlich sollte ein Fenster eingebaut werden, damit im Sommer eine optimale Luftzirkulation stattfinden kann. Wer möchte, kann im Winter am Eingang des Unterschlupfes sogenannte Curtains anbringen, um den Wärmeverlust zu senken. Als Einstreu wird Stroh verwendet, da es leicht verrottet und beim Versetzen der Hütten liegen gelassen werden kann. Im Sommer wird auf Einstreu verzichtet.

Schweine fühlen sich „sauwohl“

Alle bereits erwähnten Merkmale sind wichtig, um den Schweinen ein artgerechtes Verhalten zu ermöglichen. Was aber natürlich nicht fehlen darf, sind geeignete Suhlstellen. Stellen mit Wasser werden besonders gerne für den bestimmten Wohlfühleffekt genützt. Zusätzlich können Kratzbürsten angebracht werden.

Achtung vor Parasiten in der Schweinehaltung!

Würmer zählen sowohl in der Freiland- als auch in der Stallhaltung zu jenen Krankheitserregern beim Schwein, die die meisten Probleme auslösen. Sie verursachen meist klinische Krankheiten, die oft nicht bemerkt werden. Um den Parasiten entgegen zu wirken, darf natürlich ein ausgeprägtes Weidemanagement nicht außer Acht gelassen werden. Durch regelmäßige Kontrollen (zum Beispiel Kotproben) kann ein Wurmbefall relativ gut vermieden werden.

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