Gefahren im Wald

Die Regelung des allgemeinen Betretungsrechtes im Wald, festgeschrieben im Forstgesetz von 1975, führen immer wieder zu Haftungsfragen. Häufig gibt es Diskussionen darüber, wer haftet, wenn im Wald etwas passiert.

Sturmschäden im WaldSturmschäden im WaldSturmschäden im Wald[]
© Agrarfoto
Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass jeder, der sich im Wald abseits von öffentlichen Wegen und Straßen aufhält, selbst für sich verantwortlich ist. Besonders auf die Gefahr durch Waldbewirtschaftung hat ein jeder selbst zu achten. Das Forstgesetz sieht vor, dass bei Unfällen im Zusammenhang mit Waldarbeit nur bei grober Fahrlässigkeit bzw. Vorsatz gehaftet wird. Zum Schadenersatz können bei diesen Fällen der Waldbesitzer und seine Leute sowie Schlägerungsunternehmer herangezogen werden.

Haftung auf Forststraßen und Wegen

Anders ist die Situation bei Forststraßen, öffentlichen Straßen und zum Beispiel für die Öffentlichkeit freigegebene Wege wie markierte Wanderwege. Hier gilt die Weghalterhaftung für den Waldbesitzer. Der Wegerhalter haftet für vorsätzlich und grob fahrlässig verschuldete Schäden. Räumt man jemandem ein Wegerecht oder etwa ein Recht zum Fahrradfahren ein, dann haftet man auch für leichte Fahrlässigkeit, die man jedoch vertraglich ausschließen kann.

Unfälle durch umgestürzte Bäume bzw. fallende Äste

Ein anderes Thema, welches in der Öffentlichkeit bei weitem nicht so präsent ist, wie das Mountainbiken auf Forststraßen, sind Unfälle, die durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste verursacht werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Verschulden den Waldbesitzer nur im Bereich von Forststraßen, öffentlichen Wegen, Wanderwegen und Gebäuden und Anlagen treffen kann. § 176 des Forstgesetzes regelt, dass abseits von den vorher genannten Wegen und Gebäuden, den Waldbesitzer keine Pflicht zur Abwendung der Gefahr von Schäden trifft.

Keine Schuld trifft den Waldbesitzer, wenn höhere Gewalt vorliegt: Bricht zum Beispiel während eines starken Sturmes ein vollkommen gesunder Ast ab, so hätte dies in der Regel der Waldbesitzer nicht verhindern können. Hätte der Waldbesitzer den Schaden aber bei ordnungsgemäßer Sorgfalt verhindern können, dann wird er für sein schuldhaftes Verhalten einstehen müssen.

In der Praxis gibt es jahrelange Rechtstreitigkeiten, ob das Unglück und der Schaden verhindert hätte werden können. Aus diesen Gründen werden in öffentlichen Parks auch Bauminspektoren eingesetzt, welche z. B. morsche Bäume und Äste sofort entfernen lassen.

Befristete Sperre des Waldes

Schild Forstliches Sperrgebiet[]
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Als Waldbesitzer hat man nun die Möglichkeit, den Wald befristet zu sperren. Das Forstgesetz räumt mit dem § 34 diese Möglichkeit ein. Man kann dadurch Stellen im Wald sperren, wo gerade Holzarbeiten stattfinden oder wo sonstige Gefahren vermutet werden können, wie zum Beispiel auf noch nicht aufgearbeiteten Windwurfschäden. Sinnvoll stellt man diese Tafel an gut sichtbaren Stellen auf, damit es nachher nicht zu Rechtsstreitigkeiten führen kann.

Achtung: die Tafel „Befristetes Forstliches Sperrgebiet“ ist nur gültig, wenn auch eine Befristung darauf angeführt wird. Wird eine Waldfläche derartig korrekt abgesperrt, dann haftet man nur für vorsätzliche Schäden.

Ein gewisses Restrisiko bleibt immer

Als Waldbesitzer kann man sich nur durch größtmögliche Sorgfalt vor großen Ansprüchen durch Schadenersatz schützen. Ein gewisses Restrisiko bleibt immer bestehen und man kann sich glücklich schätzen, wenn in seinem Wald nichts passiert.

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