Funktionärsimpulstage werfen Blick über den Tellerrand

Lagerhaus-Funktionäre diskutierten globale Entwicklungen sowie das Umfeld der heimischen Genossenschaften

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Mehr als 350 Lagerhaus-Vertreter aus Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland nahmen an den Funktionärsimpulstagen teil. © RWA
Die globalen Handelsbeziehungen transparent machen, die Auswirkungen auf die Lagerhäuser aufzeigen und Maßnahmen im Kontext von Digitalisierung und Innovation ableiten. Das war das Ziel der diesjährigen Funktionärsimpulstage in St. Pölten, Linz, Leoben und Neufeld, an denen insgesamt mehr als 350 Lagerhaus-Funktionäre aus Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland teilnahmen. Diese folgten im Rahmen der Veranstaltungen einem Gastreferat von Brigadier Günter Hofbauer, der Einblicke in die derzeitige geostrategische Lage gab. Darüber hinaus wurden im Rahmen weiterer Vorträge durch Vertreter der RWA Raiffeisen Ware Austria AG und der Raiffeisenverbände gemeinsame Strategien und aktuelle Themen in Bezug auf die Lagerhäuser beleuchtet.
Die Funktionärsimpulstage sind eine Netzwerk- und Diskussionsveranstaltung der Lagerhaus-Genossenschaften, in deren Rahmen Lagerhaus-Spitzenfunktionäre über Strategiethemen, aktuelle Projekte und interessante Fachthemen informiert werden. In den vergangenen Jahren hat sich die Veranstaltung zu einem wichtigen, alljährlichen Fixpunkt entwickelt, der auch heuer fortgesetzt wurde.

Stabilität in unsicheren Zeiten

Zu Beginn der Veranstaltungen befassten sich die Funktionäre mit dem globalen politischen und wirtschaftlichen Geschehen, in dem alle Unternehmen eingebettet sind. Dazu war als Gastreferent Brigadier Bruno Günter Hofbauer, Leiter der Generalstabsabteilung im Bundesministerium für Landesverteidigung, geladen, der die weltpolitischen Ereignisse 2016 Revue passieren ließ, die aktuelle geopolitische Lage analysierte sowie deren Auswirkungen auf die europäische und österreichische Wirtschaft skizzierte. Die Wirtschaft ist seinen Ausführungen zufolge die Basis jeder Art von Politik – egal ob in großen Staaten wie Russland oder in Kleinstaaten wie Österreich – und die globalen Handelsbeziehungen in Folge ein wichtiger Indikator für die weltweite Stabilität.
Der Vorstand der RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Reinhard Wolf und Stefan Mayerhofer, betonten jeweils im Anschluss daran die Wichtigkeit über den eigenen Tellerrand zu blicken und dass es gerade die Genossenschaften sind, die den Menschen auf lokaler Ebene ein Gefühl der Stabilität geben. „Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten ist es die Rolle der Genossenschaften und damit auch der Lagerhäuser, den Menschen vor Ort eine stabile wie sichere Wertewelt zu bieten und als vertrauensvoller Partner zur Verfügung zu stehen“, so Reinhard Wolf, Generaldirektor der RWA Raiffeisen Ware Austria AG im Rahmen der Funktionärsimpulstage in St. Pölten. Weiters sprach der RWA-Vorstand in seinen Vorträgen über aktuelle gemeinsame Strategien und Projekte der Lagerhäuser und hob hervor, dass es für die Lagerhäuser in Zukunft wichtig sei, dass eigene Geschäftsmodell immer wieder an die aktuellen Anforderungen der Kunden anzupassen. Um erfolgreich zu bleiben, sei es insbesondere wichtig, die besten Mitarbeiter zu haben und intern die Digitalisierung voranzutreiben.

Junge & weibliche Arbeitskräfte ansprechen

Ein wichtiges Thema der Funktionärsimpulstage war daher auch die Frage, wie man in Zukunft die besten Mitarbeiter für das Lagerhaus gewinnt. „Im Sinne des Employer Brandings ist es wichtig, junge Menschen mit flexiblen Arbeitszeiten und Strukturen anzusprechen“, so Helmut Raunig, RWA-Bereichsleiter für Personal. Da jedes Unternehmen von einem ausgewogenen Verhältnis an weiblichen und männlichen Mitarbeitern profitiert, sei es dabei wünschenswert, insbesondere auch Frauen anzusprechen.
Aber auch fachliche Themen, die das Tagesgeschäft der Lagerhäuser betreffen, kamen im Rahmen der Funktionärstage nicht zu kurz. Ernst Gauhs, RWA-Bereichsleiter für Landwirtschaftliche Erzeugnisse, gab einen Überblick über den aktuellen internationalen und nationalen Getreidemarkt. „Derzeit steigt die Nachfrage ebenso wie die Produktion stetig an. Das führt zu hohen und kaum vorhersehbaren Preisvolatilitäten. Für Österreichs Landwirte haben sich die Qualitätsstrategie sowie die GVO-freie Strategie gelohnt und Wettbewerbsvorteile geschaffen. Dadurch ist es heuer möglich, den Landwirten die Getreide-Nachzahlung vorzeitig zukommen zu lassen.“