Stirbt die Esche aus?

Verantwortlich für das Absterben der Esche ist ein Pilz, der vor etwa 20 Jahren aus Japan nach Europa eingeschleppt wurde. Können Waldbesitzer aktiv gegen das drohende Aussterben der Esche vorgehen?

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© RWA
Die Krankheit kommt mittlerweile flächendeckend im gesamten Bundesgebiet vor. Sie schädigt befallene Bäume massiv und führt nach anfänglichen Zuwachsverlusten schließlich zum Absterben der Esche. Während wirtschaftliche Einbußen durch Zuwachsverluste an Altbäumen noch verkraftbar wären, ist der flächige Ausfall über alle Altersklassen hinweg ein großes Problem und gefährdet eine nachhaltige Waldwirtschaft mit Esche und die Art als solches. Um die Esche zu retten, wurde der Verein „Esche in Not“ von der Universität für Bodenkultur und vom Bundesamt für Wald gegründet, weil zahlreiche Untersuchungen in Österreich und anderen europäischen Ländern ergeben haben, dass es in stark befallenen Beständen immer wieder einzelne Individuen gibt, die offenbar Abwehrmechanismen gegenüber dem Erreger des Triebsterbens besitzen oder sogar eine sehr hohe natürliche Resistenz aufweisen. Für eine vollständige Erfassung potenziell „resistenter“ Eschen und der lokalen genetischen Vielfalt werden vorzugsweise weibliche Eschen gesucht, die innerhalb von stark geschädigten Beständen, keine oder nur geringe Schäden aufweisen.

Pilz als Verursacher

Verantwortlich für das Absterben der Esche ist ein Pilz – das Falsche Weiße Stengelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus) – der vor etwa 20 Jahren aus Japan nach Europa eingeschleppt wurde. 2005 wurde der Krankheitserreger zum ersten Mal in Österreich nachgewiesen.

Resistente Bäume melden!

Die Lagerhaus-Holzexperten empfehlen daher dringend, nicht blindlings sofort alle Eschen zu schlägern. Ein gesunder Esche Baum stellen keine Gefahr dar. Im Gegenteil: Deren Saatgut kann sogar mithelfen, die Esche für künftige Generationen zu erhalten. Auch der Holzmarkt kann diese enorme Menge von Eschen oft nicht aufnehmen. Vor allem mittlere bis schlechtere Qualitäten können nur mehr als Industrieholz verwendet werden.

Wer glaubt, dass er in seinem Wald resistente Eschen gefunden hat, kann sich an das Institut für Waldgenetik wenden Tel. 01 / 878 38 – 2110 oder E-Mail: institut2@bfw.gv.at

Die Esche und ihr Holz

Die Esche ist die zweithäufigste Laubbaumart im österreichischen Ertragswald nach der Buche mit einem Anteil von etwa 3 % der Stammzahl. Sie hat eine hohe Standorttoleranz und ein enormes Anpassungspotenzial. Das Holz der Esche zählt zu den wertvollsten europäischen Edellaubbaumarten. Mit einer besonders hohen Zugfestigkeit sowie guter Biegefestigkeit und Schlagzähigkeit eignet es sich hervorragend für Werkzeugstiele, Sport- und Turngeräte und für die Verwendung in der Wagnerei und Tischlerei.

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Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA