Getreideanbau 2016: Stark reduzierte Fläche bei Sommergerste und Sojabohne

Deutliche Anstiege bei Ölkürbis und Hartweizen.

Wien, 2. Juni 2016 (aiz.info). - Die Flächenauswertung der Mehrfachanträge 2016 mit Stand 19. Mai zeigt für den heimischen Getreideanbau große Anstiege bei den Ölkürbis-, Hartweizen- und Dinkelflächen, sowie eine Erhöhung der Weichweizenfläche. Der Sommergerste- und Sojabohnenanbau wird massiv reduziert. Roggen und Mais verbuchen ebenfalls einen Rückgang der Anbaufläche, teilt die Agrarmarkt Austria (AMA) mit.

Plus bei Weizenfläche - Minus bei Gerste

Hartweizen und Dinkel zählen mit einer Flächenzunahme von 21,9% (Hartweizen) und 24% (Dinkel) zu den großen Gewinnern der diesjährigen Flächenverschiebungen. Die Weichweizenfläche nimmt trotz schwächerer Preise der letzten Ernte um 1,8% zu.

Sommergerste ist der große Verlierer der diesjährigen Flächenentwicklungen mit einer Abnahme um 19,9%. Damit folgt diese Kultur einem langjährigen Abwärtstrend, während Wintergerste gemäß dem Trend der letzten Jahre ein Plus von 1,7% verzeichnet.

Die Roggenfläche schrumpft dieses Jahr nach der Abnahme von 2014 auf 2015 abermals um 5,4%, während Triticale wiederum einen Zuwachs von 2,1% verbuchen kann. Die Hälfte der Roggenflächen-Abnahme entspricht der Erweiterung bei Triticale, was sich mit der stärkeren Nachfrage nach dieser Pflanze für die Bioethanol-Produktion begründen lässt.

Körnermais auf kleinerer Fläche

Körnermais inklusive der Corn-Cob-Mix-Fläche folgt ebenfalls dem Abwärtstrend der vergangenen Jahre mit einer Flächenreduktion um 5,2%. Fruchtfolgebeschränkungen aufgrund der Diabrotica-Problematik sind Gründe für diese Entwicklung.

Unerwartete Zugewinne von 5,7% verbucht Ölraps. Damit wird ein Abwärtstrend, der seit 2014 aufgrund zunehmender Schädlingsprobleme seit dem Verbot der neonicotinoiden Beizmittel herrschte, durchbrochen. Die Ölrapsfläche 2016 liegt trotz der Zunahme weiterhin um rund 25% unter dem Niveau von 2014. Die Sonnenblume folgt dem langjährigen rückläufigen Trend mit einem Minus von 4,4%.

Unerwartetes Minus bei Sojabohne

Die Sojabohnenfläche verbucht nach derzeitigem Stand ebenfalls entgegen den Erwartungen ein großes Minus von 12,5% gegenüber dem Vorjahr. Die stark steigenden Preise im Frühjahr und die Möglichkeit der Ausweisung als Greening-Fläche sprachen gegen eine Abnahme. Gründe für die Verringerung sind vor allem die durch Sommertrockenheit verursachten schwachen Erträgen 2015 (2,4 t/ha).

Der Ölkürbis zählt mit einer Zunahme von 22,6% zu den großen Gewinnern der diesjährigen Flächenveränderungen. Mehr als die Hälfte der erweiterten Ölkürbisfläche entfällt auf Niederösterreich. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Kürbiskernen und eine abnehmende preisliche Attraktivität von Alternativen könnten Gründe für diese Entwicklung sein.

Bioanbau ausgeweitet

Die österreichische Biogetreidefläche legt heuer um 10% gegenüber dem Vorjahr zu. Hier ist insbesondere Dinkel mit einer Flächenzunahme von 50% gegenüber dem Vorjahr zu nennen. Die Hartweizenfläche nimmt um 31% zu, während beim Weichweizen ein Plus von 5% verzeichnet wird.