Getreideanbau in Oberösterreich: Die Anbauentwicklung

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(Geinberg, 21. Juni 2011) Mit einer Gesamtanbaufläche von 77.000 ha (+3.000 ha) war Mais auch 2011 die dominierende Ackerkultur in Oberösterreich. Der überwiegende Teil der Maisfläche entfiel mit 46.700 ha auf Körnermais. Dahinter folgen Winterweizen mit 49.500 ha (+2.300 ha) und Wintergerste mit 36.500 ha. Der Anbau von Futtergetreide hat also erneut zugelegt. Das deutet auf eine weitere Intensivierung der Tierproduktion hin. Oberösterreich verfügt bei 20% der Ackerfläche Österreichs über eine weit höhere Bedeutung in der tierischen Produktion.

Die Rolle der Lagerhäuser für Oberösterreichs Getreidebauern

In Oberösterreich stellen derzeit 13 Lagerhaus Genossenschaften an 148 Standorten agrarische Beratung, Produkte und Dienstleistungen rund um Ackerbau und Viehzucht sicher. Rund 1.500 Lagerhaus- und RWA-Mitarbeiter stehen Oberösterreichs Landwirten täglich zur Verfügung. 2010 haben RWA und Lagerhaus allein in Oberösterreich ca. 150.000 Tonnen Getreide aufgekauft und vermarktet. Diese Menge entspricht in etwa der Lagerkapazität, welche die Lagerhäuser gemeinsam mit der RWA und deren Tochterunternehmen Garant Tiernahrung in Oberösterreich stellt. Eine bedeutende Rolle nimmt die Lagerhausorganisation auch in der oberösterreichischen Saatgut-Wirtschaft ein. „Mehr als jedes zweite Kilo Saatgut liefern in Oberösterreich die Lagerhäuser an die Bauern“, erklärt RWA Vorstandsdirektor DI Reinhard Wolf. „Unser umfassendes Versuchsstellennetz spiegelt die Bedeutung des Saatgutgeschäftes für die Lagerhäuser wieder“, so Wolf und er ergänzt: „Sukzessive gesteigert wurden in Oberösterreich auch die Saatgutvermehrungen, die dann am Dienstleistungsweg entweder durch die Lagerhäuser im benachbarten Niederösterreich oder durch die Saatbau Linz aufbereitet werden.“

Investitionen in die (Saatgut-)Zukunft

Der Erfolg gibt Lagerhaus Recht: Allein die Eigenmarke DieSaat hält in Oberösterreich einen Marktanteil von 35% bei Winterweizen, 25% bei Mais und 20% bei Wintergerste. Diese starke Marktposition – weit über Oberösterreich hinaus – wäre ohne entsprechende Innovationskraft und moderne Ausstattung nicht denkbar. Daher hat die RWA in den letzten Jahren 10 Millionen Euro in den technologischen Ausbau der Saatgutanlagen in Korneuburg, Lannach, Linz und Dolny Stal (Slowakei) investiert. „Wir haben zum Beispiel die Lagerkapazitäten für Exportproduktion um 4.000 Tonnen erweitert, neue Aufbereitungsmaschinen für Saatgut installiert und in die maschinelle Entfahnungstechnik in der Hybridmaisproduktion investiert. Heute ist die RWA dadurch ein bedeutender Spieler auf dem europäischen Saatgutmarkt. Auch in Zukunft werden wir auf den Innovationsträger Saatgut setzen“, so Wolf.

ILagerhäuser sind verlässliche Partner der Landwirtschaft

Oberösterreich ist eine der tragenden Säulen für eine effiziente und dabei nachhaltige Lebensmittelproduktion in Österreich. Knapp jedes dritte Rind und auch jedes dritte Schwein werden in Oberösterreich gehalten. "Für Marktfruchtbetriebe und im Besonderen für Veredelungsbetriebe heißt das Ziel Nummer 1 die Einkommenssicherung. Für uns als Konsumenten sollte auch die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln im Vordergrund stehen. Das Lagerhaus, die RWA, sind verlässliche Partner der Landwirtschaft. Abnahmesicherheit und gerechte Preise für die Landwirtschaft sind unser gemeinsames Ziel", betont Oberösterreichs Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. Der Poolvermarktung und der Erntelogistik der Lagerhäuser stellt Landesrat Hiegelsberger ein besonderes Zeugnis aus: “Gesundes Erntegut ist von existenzieller Bedeutung. Diese Qualität stellt sicher, dass auch bei intensiver Kulturführung gute Erträge erzielt werden können. Außerdem bedarf es hochqualitativer Erfassungs- und Lagereinrichtungen, damit aus den Ernteerträgen im Wettbewerb auch bestmögliche und nachvollziehbare Preise erzielt werden können“, so Landesrat Hiegelsberger.

Maßgeschneiderte Sortenentwicklung

Oberösterreich ist das Bundesland, das in der Produktion am stärksten auf hohe Erträge ausgerichtet ist. Zum einen sind die Produktionsbedingungen für hohe Erträge gegeben, zum anderen braucht man für eine erfolgreiche tierische Produktion hohe Getreideerträge. Dementsprechend gelangen auch überwiegend andere Sorten als zum Beispiel in Niederösterreich und im Burgenland zum Einsatz. „Nur durch Exakt- und Praxisversuche können, speziell für die Regionen Oberösterreichs und des angrenzenden Niederbayerns, nachhaltig ertragreiche Sorten gefunden werden. Daher unterhalten und erweitern Lagerhaus und die RWA-Saatgutmarke „DieSaat“ seit mehr als 20 Jahren ihr Versuchsnetz – unter anderem im Innviertel“, so DI Dr. Johann Blaimauer, RWA Bereichsleiter für Saatgut und Holz. Das Resultat sind hoch ertragreiche und gesunde Sorten wie zum Beispiel die Winterweizen Sokrates und Chevalier, die Wintergerstensorten Boreale und Yatzi oder die Maissorten ES Palazzo und LG3258. „Auch Sorteninnovationen wie Hybridgerste erfüllen den hohen Ertragsanspruch der oberösterreichischen Bauern“, erklärt Blaimauer. „Gesundes Erntegut ist für Lagerhaus und „DieSaat“ dabei am wichtigsten; ein Selbstverständnis aus unserer Sicht“ so Blaimauer abschließend.

Die Aussichten für Österreichs Getreidebauern

„Auf die Landwirtschaft kommen große Herausforderungen zu: Eine wachsende Weltbevölkerung ist zu ernähren. Durch den höheren Fleischkonsum in Schwellenländern steigt der Bedarf an Futtermitteln und auch der Bedarf an industrieller Verarbeitung nimmt zu. Dieses Umfeld bietet viele Chancen für die österreichische Landwirtschaft“, blickt DI Reinhard Wolf, RWA Vorstandsdirektor optimistisch in Richtung Ernte und ergänzt: „Speziell Oberösterreich ist kein Marktleistungs- sondern ein Zuschuss-, ein Veredelungsgebiet. Insbesondere bei Mais hängt das Preisniveau zur Ernte sehr stark von der europäischen Gesamtbilanz ab. Und hier spricht sehr vieles für eine knappe Ernte.“ Weiters zeigt sich Wolf erfreut, dass auch zur heurigen Ernte Euronext-Verträge auf Mahlweizenbasis in Oberösterreich sehr gut angenommen wurden. Die Preisfixierung sei laut Wolf „zu einem mehr als attraktiven Preisniveau vor der Ernte“ erfolgt und würde, so Wolf „aus heutiger Sicht auch sehr gute Deckungsbeiträge bringen.“ Für die Lagerhäuser bedeuten die Ernteerwartungen einmal mehr, zuverlässiger Partner für Österreichs Landwirte zu sein, wenn es darum geht, langfristige Preise abzusichern und über die Poolvermarktung gute Vermarktungsergebnisse zu erzielen. Dabei ist das Vermarktungsmodell der Poolvermarktung, bei dem preisbedingte Überschüsse an die Bauern ausgeschüttet werden, einzigartig in Europa. Darüber hinaus stellen die Lagerhäuser innovative, gesunde Saatgutsorten und landwirtschaftliche Betriebsmittel bereit.

Über RWA/Lagerhaus:

ber RWA/Lagerhaus: Die RWA Raiffeisen Ware Austria AG, das Großhandels- und Dienstleistungsunternehmen der Lagerhausgenossenschaften, ist eines der größten Handelsunternehmen Österreichs und vor allem im Handel mit Agrarprodukten und Landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, Baustoffen, dem Baumarktgeschäft und dem Energiehandel tätig. RWA hält Beteiligungen in Österreich sowie in der CEE-Region. 2010 erwirtschaftete der RWA-Konzern Umsatzerlöse von knapp 2 Mrd. Euro.

Rückfragehinweis:

RWA Raiffeisen Ware Austria AG/Mag. Michaela Fritsch, Tel: 01/605 15-6380, 0664/627 4058, michaela.fritsch@rwa.at
Autor:
RWA-Pressestelle