Getreidemärkte: Internationaler Abwärtstrend hält an

Heimischer Kassamarkt in Abwartehaltung.

Wien, 4. August 2017 (aiz.info). - An den internationalen Terminbörsen hielt auch diese Woche der stete Abwärtstrend an. Mahlweizen an der Euronext sank am Donnerstag auf ein Kontrakttief und schloss bei 163,50 Euro/t für den September- und 168,25 Euro/t für den Dezember-Liefertermin. Ursache sind schwache Vorzeichen von den US-Börsen, große Ernten in Osteuropa sowie entsprechender Mengen- und Preisdruck auf den Exportmärkten sowie seit zweieinhalb Jahren nicht erreichter Höchststand des Euros gegenüber dem US-Dollar. Dadurch verlieren Exporte aus der EU an Wettbewerbsfähigkeit. Im Juli erreichten die Weichweizenexporte der EU gerade einmal 941.000 t gegenüber 2,6 Mio. t im Vergleichsmonat 2016. Auf die am Mittwoch abgelaufene jüngste Berichtswoche entfielen 225.000 t. Der österreichische Kassamarkt bleibt indes in Abwartehaltung - auch bis man weiß, wie Mengen und Qualitäten nach den Ernteunterbrechungen in Deutschland ausfallen werden.

Gehandelt wird zurzeit praktisch nur mit Premiumweizen sowie vereinzelt mit Qualitätsweizen. Die Nachfrage nach Aufmischweizen komme von allen Seiten sowohl aus In- als auch dem Ausland. Im Umfeld der Notierungssitzung an der Wiener Produktenbörse am Mittwoch dieser Woche hieß es, Abschlüsse tätige zurzeit nur, wer entweder dringend Rohstoff benötige oder Lagerplatz schaffen müsse. Die Notierung von Premiumweizen gab am oberen Rand einen Tick nach, wobei sich das Preisband weiterhin ungewöhnlich breit bei 190 bis 202 Euro/t zeigt. Qualitätsweizen wurde ebenfalls zu Preisen um eine Spur unter der Letztnotierung von vor 14 Tagen bewertet. Er hält bei 180 bis 185 Euro/t. Man folge damit, wenn auch sehr bedächtig, dem internationalen Trend, so Marktbeteiligte. Sonst blieb das Kursblatt bei den Getreidearten und Ölsaaten leer, vor allem laufe kein Mahlweizengeschäft.

Nach Unterbrechungen setzt die Ernte in den spätreifen Regionen Oberösterreichs und im Waldviertel wieder ein. Man rechnet, den Drusch am Wochenende abgeschlossen zu haben. Die Qualitäten seien durch die Regenfälle im Großen und Ganzen jedoch "nicht gekippt", berichten Pflanzenbauern. Bei den Erträgen sieht es sehr unterschiedlich aus. Oberösterreich fährt sehr gute ein, während das Waldviertel stark unter der Trockenheit litt und nur kleine Mengen einbringen kann.