Perfekte Kombination: Gülle und Kalk

Güllekalk ermöglicht die gleichzeitige Ausbringung von Gülle und Kalk. Das hält den pH-Wert des Bodens im optimalen Bereich. Eine zusätzliche Kalkung ist nicht notwendig – das spart Zeit und Geld.

Güllekalk in die Gülle einblasenGüllekalk in die Gülle einblasenGüllekalk in die Gülle einblasen[1422006053984923.jpg]
© Bodenkalk
Die alte Lehrmeinung, dass Kalk und Gülle bzw. Mist nicht „zusammenpassen“, muss zu einem großen Teil berichtigt werden. Sie gilt nur für wasserlösliche, gebrannte und teilgebrannte Kalke wie Brannt- und Mischkalk. Diese können den pH-Wert kurzfristig auf über pH 8 anheben. Ab diesem pH-Wert beginnt – abhängig von der Temperatur – der Stickstoff in Form von Ammoniak aus der Gülle zu entweichen. Daher sollte zwischen einer Gülleausbringung und einer Kalkung mit Brannt- oder Mischkalken eine Bodenbearbeitung bzw. am Grünland ein Regenereignis liegen.

Bei kohlensauren Kalken wie Güllekalk gilt die Lehrmeinung jedoch nicht: Güllekalk ist ein feinst vermahlener, säurelöslicher, kohlensaurer Kalk mit zusätzlich 2 % Schwefel in Form von Gips. Der natürliche pH-Wert der Gülle von pH 7,0 – 8,5 wird durch Güllekalk nicht erhöht. Daher kommt es durch das Einbringen von Güllekalk in die Gülle zu keiner erhöhten Stickstoffausgasung. Generell gilt: Das Ausbringen von Gülle und Mist gemeinsam mit, vor oder nach kohlensauren Kalken stellt keinerlei Problem dar, sondern ist vorteilhaft.

Güllekalk erspart zusätzliches Kalken

pH Wert der GüllepH Wert der GüllepH Wert der Gülle[1422006426590766.jpg]
© RWA
Der gleichzeitig mit der Gülle ausgebrachte Kalk neutralisiert die bodenversauernde Wirkung der Gülle unmittelbar. Der pH-Wert des Bodens wird im Optimum gehalten, und Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor bleiben sehr gut verfügbar. Der zusätzliche Schwefel verbessert die Aufnahme des in der Gülle vorhandenen Stickstoffs durch die Pflanzen. Eine gleichzeitige Ausbringung von Gülle und Kalk spart Zeit und die Kosten für eine zusätzliche Kalkung.

Bei vielen Betrieben, vor allem im Berggebiet, wird die Gülle auf steileren Flächen ausgebracht. Durch die Anwendung von Güllekalk werden auch diese Flächen ausreichend mit Kalk versorgt und können ihr volles Ertragspotenzial entfalten. Die mit Güllekalk versetzte Gülle ist homogener und läuft besser von den Pflanzen ab. Das Futter wird weniger verschmutzt. Güllekalk ist Bio- und ÖPUL-tauglich.

Optimale Anwendung im Frühjahr

Güllekalk eignet sich hervorragend für Gülle mit Strukturmaterial (mehr als 5 % Trockensubstanz) wie Rinder-, Schweine- und Biogasgülle. Nicht geeignet sind dünnflüssige Gülle und Jauche. Die Güllekalkanwendung ist während der gesamten Saison möglich. Der optimale Zeitpunkt liegt im Frühjahr, wenn die Güllegrube fast voll ist. Güllekalk wird im Silotank-LKW direkt zum Betrieb angeliefert. Der Güllekalk wird über einen Schlauch und ein Rohr in die vorgemixte Gülle im Bereich des laufenden Mixers eingeblasen. Die Güllekalkmenge sollte fünf Prozent (= 50 Kilo- gramm pro Kubikmeter Gülle) nicht wesentlich übersteigen.

Bei einer Anlieferung im ganzen Zug (ca. 25 Tonnen) und 50 Kilogramm pro Kubikmeter gibt sich eine Mindestmenge an Güllevolumen von 500 Kubikmeter. 50 Kilogramm Güllekalk je Kubikmeter Gülle entsprechen einer Kalkmenge von etwa 1.000 Kilogramm pro Hektar und Jahr bzw. etwa 450 Kilogramm pro Hektar und Jahr CaO (Reinkalk) (bei einer Ausbringung von 20 Kubikmeter Gülle je Hektar und Jahr). Die jährliche Erhaltungskalkung ist damit erledigt. Eine zusätzliche Kalkung ist nicht notwendig.

Jetzt im Angebot!

Auf dieser Seite finden Sie ausgewählte Produkte aus unserem Sortiment. Viele weitere Artikel erhalten Sie in Ihrem Lagerhaus. Fragen Sie Ihren Lagerhaus-Fachberater!
Autor:
DI Johannes Kamptner, Bodenkalk