Wiesen im Frühjahr: Düngen und Abstreifen

Kompost, Mist und Gülle sind wertvolle Grundstoffe, die einen fruchtbaren Boden schaffen und erhalten.

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© Buchgraber
Wiesen, die im Herbst rechtzeitig in der Vegetationszeit gedüngt wurden, schieben im Frühjahr rascher grün durch und sind vitaler. Ist der Grünlandboden im Frühjahr abgetrocknet, ist er ohne zu verdichten befahrbar, so kann abgerotteter Mist oder durchgesetzter Kompost in einer Menge von 20 t/ha gut verteilt ausgebracht werden.

Mist 2-3 Wochen vor dem Spitzen ausbringen

Mist sollte 2-3 Wochen vor dem Spitzen ausgebracht werden, damit noch eine gewisse „Feldrotte“ und ein nachfolgendes „Abstreifen/Einschleppen“ das Einarbeiten der Mistreste in die Grasnarbe ermöglicht. Das verhindert einerseits die Futterverschmutzung und andererseits liefert dann der „langsame“ Festmist bereits zum Spitzen ausreichend Stickstoff. Gülle und Jauche hingegen sollen im Stadium „Spitzen“ direkt ins Wachstum im Ausmaß von 15 m³/ha, bei verdünnter Gülle 20 m³/ha in guter Längs- und Querverteilung gedüngt werden.

Organische Nahrung für den Boden

Der Bauer sollte wieder mehr und mehr verstehen lernen, dass er im Kreislauf mit den organischen Düngern (Mist, Gülle, Jauche, Kompost) dem Boden Nahrung für die reichlich vorhandenen Bodenorganismen zuführt. Etwa 20 t Bodenleben pro Hektar (40 GVE/ha) befinden sich in den obersten 10-20 cm Boden. Damit diese Organismen leben können, brauchen sie Nährstoffe, die sie über abgestorbene Wurzeln, abgestorbene Stängel und Blätter sowie über die Ausbringung von Wirtschaftsdünger erhalten. Die Ausscheidungen von 1-2 GVE Tierbesatz pro Hektar liefern das Futter für 40 GVE/ha. Diese 40 GVE zerlegen den Mist und die Gülle bis in die kleinsten Bestandteile, bauen Humus auf, um und ab und helfen mit ihren Ausscheidungsprodukten Krümel- und Bodenstruktur aufzubauen. Bekämen die Bakterien, Pilze usw. keine Nahrung – bekämen sie also nicht Mist, Kompost und Gülle –, dann wäre der Boden nicht so lebendig und fruchtbar.

Kreisläufe für lebendigen und fruchtbaren Boden

Erst am Ende der Nahrungskette im Boden stehen die Pflanzen, die mit ihren Haarwurzeln die aufbereiteten Nährstoffe mit dem Bodenwasser begierig aufnehmen und über die Seiten- und Hauptwurzel den Stängeln und Blättern zuführt. Dadurch wird Pflanzenwachstum und in weiterer Folge die Assimilation – von der wir letzten Endes leben – erst möglich.

Vielleicht reden wir weniger von Düngung, sondern vielmehr von Kreisläufen und von der Fütterung der Bodentiere. Möglicherweise verstehen dadurch die Lehrer und Konsumenten eher, was die Bauern hier tun, ja tun müssen, damit die Mutter Erde weiterlebt.

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Autor:
Univ.-Doz. Dr. Karl Buchgraber, LFZ Raumberg-Gumpenstein