Das Grünland ergrünt

Worauf bei der Frühjahrsdüngung und der Pflege geachtet werden sollte.

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© Buchgraber
Nach der Winterzeit beginnt wieder die Arbeit auf den Wiesen und Weiden. Die Winterfeuchte ist in den bergigen Grünlandregionen Österreichs bestens vorhanden. In den Trockengebieten, wo Schnee und Regen ausgeblieben sind, sieht es nicht gut aus. Der Winter hinterlässt auch erhebliche Schäden an der Grasnarbe. Die Wühlmäuse und die Maulwürfe haben den „offenen“ Boden genutzt und tonnenweise Haufen mit großen Narbenschäden verursacht.

Maßnahmen zur Verbesserung im April

Vor allem in Beständen mit höheren Raygrasanteilen tritt der Schneeschimmel in Erscheinung. Der Grünlandbauer sollte im März, wenn der Schnee weg ist und die Grasnarbe zu ergrünen beginnt, die Grünlandbestände begehen und die Dichtheit der Grasnarbe begutachten. Im April können dann eventuelle Verbesserungsmaßnahmen gesetzt werden.

Entwicklungsphasen im Frühjahr

Die Grünlandarten (Gräser, Kräuter und Leguminosen) sind mit Ausnahme der Raygräser auch an unsere rauen Lagen bestens gewöhnt – sie überwintern meist ohne größere Probleme. Bei durchschnittlich 5° C beginnen die Kräuter aus den Wurzelreserven zu wachsen. Die Gräser und Leguminosen brauchen noch etwas mehr Temperatur, dann beginnt das Vegetationsstadium „Spitzen“. Die Blätter der Gräser beginnen grün zu schieben – auf den warmen Südhängen wird es deutlich früher grün. Zu diesem Zeitpunkt haben die Kräuter aufgrund des ausgeprägten Wurzelspeicherungssystems einen Wachstumsvorsprung.

Unmittelbar nach dem Spitzen findet bei den Gräsern das Stadium „Bestocken“ statt. In dieser Phase soll es nass, schneeig und kühl sein – je länger diese Phase bei derartigem unwirtlichen Wetter dauert, desto höher sind der Bestockungsgrad und die Dichte der Grasnarbe. In dieser Zeit entscheidet sich, wie dicht die Grasnarbe übers Jahr vorhanden ist.

Ist es nicht kühl und nass, sondern eher trocken und warm, wächst der Bestand relativ rasch in die Schossphase. Diesen Beständen fehlt dann das „Bodengras. Nasskalte Wetterlagen führen zur Zeit der Bestockung zu dichten und kompakten Grasnarben, sofern noch Gräser vorhanden sind.

Die Kräuter sind in dieser Phase den Gräsern deutlich im Wachstum voraus und beschatten bereits die Gräser. Die jungen Kräuter sind großteils noch bekömmlich – hier wäre bei trittfesten Verhältnissen eine Vorweide (ein schnelles Drüberweiden für die Krautregulation) günstig.

20 bis 30 % Untergräser

Entscheidend ist für eine Grasnarbe, ob 20 bis 30 % Untergräser vorhanden sind. In der Weide, wo die Nutzung öfter erfolgt als auf der Wiese, können sich die Untergräser wesentlich besser entwickeln als in einer spät gemähten Wiese. In Vielschnittwiesen, die schon einen hohen Anteil an Wiesenrispe hatten, wird die Grasnarbe noch stärker werden, allerdings bei abnehmenden Obergrasanteilen.

Nach Düngung Striegel und Rebblech einsetzen

Steht für die Gräser beim Spitzen genügend leichtlöslicher Stickstoff zur Verfügung, so wäre es äußerst wichtig, den Boden nach der Düngung in der Bestockungsphase der Gräser (7–10 cm Wuchshöhe) mit einem Striegel, kombiniert mit einem Reibblech (Erdhaufen) zu bearbeiten. Dadurch kann die Bestockung der Gräser noch angeregt werden. Ist das Wetter danach noch kühl und feucht (oder mit Schnee versetzt), können die Gräser in die Breite wachsen. Die Grasnarbe wächst dadurch dicht zusammen und schließt so manche Lücke.

Nachsaat bei mehr als 10 % Lücken

Sind die Lücken zu groß (mehr als 10 % handtellergroße Löcher), soll bei dem Striegelarbeitsgang auch eine Übersaat mit einer geeigneten ÖAG-Nachsaatmischung erfolgen. Nicht zu früh abstreifen, da noch zu viele Erdhaufen „herauswachsen“ können.

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Autor:
Univ.-Doz. Dr. Karl Buchgraber, LFZ Raumberg-Gumpenstein