Phosphordüngung im Grünland

Der in den letzten Jahren deutlich reduzierte Phosphateinsatz speziell im Biolandbau hat zu sinkenden Bodenvorräten im Grünland geführt. War das Extensivieren die richtige Entscheidung?

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© Agrarfoto
Das Grünland bietet mit seinen hochwertigen Gräsern die Grundlage für eine optimale, bedarfsgerechte Versorgung der Tiere. Grundfutter von höchster Qualität ist die Voraussetzung für eine wirtschaftliche Milchleistung.

Phosphor sorgt für gute Milchleistung

Um eine gute Milchleistung zu gewährleisten, ist eine ausreichende und vor allem kontinuierliche Phosphor-Versorgung des Grünlandes als Grundlage für eine gute Grundfutterqualität sicherzustellen. Bei zunehmender Milchleistung ist auch ein erhöhter Bedarf an Phosphor gegeben. So benötigt eine Kuh mit einer Leistung von 20 l täglich etwa 51g Phosphor, bei 35 l sogar 80 g Phosphor täglich (Quelle: Gesellschaft für Ernährungsphysiologie, 1993).

 

Diese nicht unerheblichen Phosphormengen sollten vorrangig über das Grundfutter aufgenommen werden. Der mit dem Grundfutter aufgenommene Phosphor kann allerdings von der Kuh nicht in vollem Umfang verwertet werden. Eine wesentliche Rolle in der P-Versorgung spielt daher auch das Raufutter, das schon einen großen Teil des Phosphor-Bedarfes abdecken sollte. Dessen Phosphorgehalt schwankt allerdings je nach Region, Bodentyp und dem Pflanzenbestand im Allgemeinen.

 

Um solche teilweise doch extremen Schwankungen auszugleichen und die Grünlandbestände und somit auch den Tierbestand leistungsfähig zu halten, ist einen regelmäßige Düngung mit Phosphor auf jeden Fall zu empfehlen.

 

In der Historie wurde Phosphor im Form von Thomasmehl, Thomaskorn oder diversen Rohphosphaten (mehlfein) ausgebracht und sogar auf Vorrat gedüngt. Der größte Teil der heute im Boden vorhandenen Phosphate liegt in einer nicht pflanzenverfügbaren, stabilen Form vor. Heutzutage werden viele Grünlandflächen nur mit dem eigenen Wirtschaftsdünger versorgt, und auf die Phosphorversorgung wird nicht mehr so viel Wert gelegt beziehungsweise wird vielerorts aus Kostengründen einfach gespart.

 

In den vergangenen Jahren wurden flächendeckend Bodenuntersuchungen durchgeführt, bei denen über 70 % der Bodenproben eine suboptimale Phosphorversorgung aufwiesen und auch knapp 60 % der Futteranalysen zeigten einen deutlichen P-Mangel. Phosphat gerät speziell bei langjährigen Biogrünlandbetrieben zunehmend in Mangel (unter 5 mg P2O5/100 g getrockneter Boden). Phosphor zählt zu den Hauptnährstoffen in der Pflanzenernährung und wirkt bereits im Jugendstadium der Pflanzenentwicklung. So werden Keimung, Wurzelentwicklung und Bestockung gefördert.

 

Da die Möglichkeiten für die Phosphordüngung speziell im Biolandbau begrenzt sind, bieten sich vor allem Dünger auf der Basis von weicherdigem Rohphosphat an.

Qualität, Löslichkeit und Spurenelemente

Hochwertige Phosphate müssen besonders arm an Schwermetallen, aber reich an Spurenelementen sein. Ein weiteres Qualitätskriterium ist eine hohe Löslichkeit des Phosphates im Boden. Die Phosphatverfügbarkeit im Boden hängt stark vom pH-Wert ab, die beste Verfügbarkeit für Rohphosphate liegt bei einem Boden-pH-Wert von 4,5–6,0. Qualitativ hochwertige, weicherdige Rohphosphate sind bis zu einem pH-Wert von 6,5 noch gut löslich und somit auch pflanzenverfügbar.

 

Ziel jedes rinderhaltenden Betriebes muss es daher sein, die vorhandenen Grundfutterflächen optimal zu nutzen. Aus Sicht der Tierernährung garantieren nur gute Erträge mit guter Qualität eine hohe Leistung aus dem Grundfutter.

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