Jetzt auf die Versorgung mit Phosphor und Kali achten

Qualitäts- und Ertragssicherung im Ackerbau bedürfen einer bedarfsgerechten Grunddüngung auf Basis einer Bodenuntersuchung.

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© RWA

Phosphor und Kali – wozu soll man das düngen?

Die Einstellung zur Grunddüngung hat sich in den letzten 20 bis 30 Jahren deutlich gewandelt. Laut einer Studie der Landwirtschaftskammer NÖ haben die Landwirte den Einsatz von Phosphor seit den 1980er-Jahren um rund 65 % reduziert. Das entspricht einer Reduktion von 46 kg/ha auf 16 kg/ha. Der Einsatz von Kalium wurde im selben Zeitraum gar um 75 % zurückgefahren, was einer Reduktion von 76 kg/ha auf 19 kg/ha entspricht (Quelle: LK NÖ).

Die Begründung für diese Entwicklung liegt ganz klar in der sich öffnenden Schere zwischen den Betriebsmittelkosten und den Erzeugerpreisen für agrarische Produkte. Die Landwirte reagierten darauf mit deutlichen Einsparungen bei der Düngung mit Phosphor und Kalium.

Aufdüngen ist teuer und dauert lange

Die negative Folge ist allerdings, dass immer mehr Betriebe bei ihren Bodenuntersuchungen in die Gehaltsstufe „B“ (niedrig) abrutschen. Wie verschiedene Untersuchungen belegen, stieg der Anteil der Böden in dieser Gehaltsstufe in den letzten Jahren um etwa 30 % an. Eine entsprechende Aufdüngung zur Wiedererlangung der empfohlenen und anzustrebenden Gehaltsstufe „C“ (ausreichend) dauert mehrere Jahre und ist teuer.

Eine Reduktion der pflanzenverfügbaren Nähstoffe im Boden zeigt großteils auch eine deutlich negative Auswirkung auf Ertrag und Qualität, und es ist unbestritten, dass die Grundnährstoffe Phosphor und Kalium auch eine ertragsrelevante Funktion besitzen.

Inhaltsstoffe und Trockenheitstoleranz

Phosphor dient in erster Linie der Steuerung des Stoffwechsels, der Bildung von Speicherstoffen, wie Eiweiß und Stärke, und er fördert die Korn- und Wurzelbildung, den Feldaufgang sowie Bestockung und Standfestigkeit.

Kalium reguliert den Wasserhaushalt der Pflanze. Es ist wichtig für die Ausbildung von Blüten- und Schoten und stärkt die Widerstandskraft gegen Frost, Dürre, Krankheiten und Schädlinge. Kalium ist generell ein essenziell wichtiger Nährstoff, um die Pflanzen stresstolerant zu machen. Dies gilt speziell bei starken (Kahl-) Frösten oder auch bei Hitze und Trockenperioden.

Düngung auf die Stoppel oder im Frühjahr

Bei „C“ versorgten Böden bietet sich als Standardverfahren unverändert die klassische Stoppeldüngung nach der Ernte an. Durch die nachfolgende Bodenbearbeitung zum Stoppelsturz (Grubbern) wird die Düngergabe gleichmäßig eingemischt. Die Bemessung der Düngergabe kann so erfolgen, dass die für die gesamte Fruchtfolge erforderliche Menge an Nährstoffen (Tabelle 1) als Depotdüngung in den Boden eingebracht wird; die Löslichkeit der Nährstoffe spielt hier eine eher nur untergeordnete Rolle.

Bei schlecht versorgten Böden in den Gehaltsstufen „B“ oder „A“ gilt es allerdings, vorab die Nährstoffe konzentriert in der oberen Bodenschicht zu platzieren. Dies spricht für eine Frühjahrsdüngung. Nach erfolgter Applikation stehen der Kultur die „frisch zugeführten“ Nährstoffe in der oberen Bodenschicht bis etwa 5 cm Bodentiefe zur Verfügung und die jungen Pflanzen können damit im Frühjahr ab Vegetationsbeginn ihren Nährstoffbedarf decken. Alternativ dazu könnte man den Dünger im Herbst zur Saat flach einarbeiten, um so das Wurzelwachstum abzusichern.

Grundsätzlich sollte bei schlecht versorgten Böden die Wahl des Düngers (speziell bei Phosphor) auf leicht lösliche Typen fallen.

Bei „B“- oder „A“-Böden kann es auch zu Problemen mit der Versorgung an Kalium kommen. Durch die Einarbeitung von Kalium in tiefere Bodenschichten wird der Nährstoff verfrachtet und speziell bei schweren und tonigen Böden kommt es vorerst zu einer Festlegung in den Tonmineralen („Kalifixierung“). Abhilfe schafft hier nur noch eine über mehrere Jahre verteilt betriebene Kali- Aufdüngung.

Phospohor- und Kalibedarf

Empfehlungen für die Düngung mit P2O5 und K2O bei Gehaltsstufe „C“ (ausreichend versorgt)1)
Kultur P2O5 (kg/ha, J) K2O (kg/ha, J)
Getreide 55 80
Mais (CCM, Körnermais) 85 200
Silomais 90 225
Zuckerrübe 85 320
Speise- und Industriekartoffel 65 200
Früh- und Pflanzkartoffel 60 180
Körnererbse 65 100
Ackerbohne 65 120
Sojabohne 65 90
Körnerraps 75 200
1) Bei den Tabellenangaben sind keine gehaltsstufenabhängigen oder andere pflanzenbaulich relevante Zu- oder Abschläge berücksichtigt. Quelle: AGES-Richtlinien für die sachgerechte Düngung, 6. Auflage

Bodenuntersuchung alle 5 Jahre

Das klare Ziel des Betriebsführers muss es sein, die Böden in der Gehaltsstufe „C“ zu erhalten. Dazu gilt es, über eine entsprechende Düngung auf Entzug die Nährstoffabfuhr wieder auszugleichen. Weiters ist es notwendig, über die Nährstoffversorgung und Beschaffenheit der Böden Bescheid zu wissen – eine im ca. 5-jährigen Zyklus durchgeführte Bodenuntersuchung liefert dazu die beste Datengrundlage. Die Lagerhäuser bieten dafür unter dem Titel „Dünger nach Maß berechnen“ ein neues Konzept an. Ein spezielles Fahrzeug ermöglicht die mobile und GPS-gesteuerte Bodenprobenentnahme am Feld. Nach Vorliegen der Bodenuntersuchungsergebnisse kann man über den kostenlosen Internet-Düngerplaner www.duengerplan.at eine genau dem Bedarf angepasste Nährstoffempfehlung berechnen. Der Experte im Lagerhaus vor Ort kann dann darauf aufbauend eine explizit auf den jeweiligen Betrieb abgestimmte Düngeempfehlung erarbeiten.

Bei Verfügbarkeit einer Dünger-Mischanlage kann auch eine Nährstoff- und kulturspezifische „Rezeptur“ gefunden werden. Damit gibt es keine unnötige Überdüngung („Luxusdüngung“) oder Unterdüngung mehr, und der Landwirt hat die Garantie, dass jeder Euro wirtschaftlich, erfolgsorientiert und effizient eingesetzt wird.
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Autor:
Peter Kirchmayr, RWA AG, Abt. Düngemittel