Waldarbeit im Sommer?

Die Forstarbeit im Kleinwald und Bauernwald findet traditionell überwiegend im Winter statt. Aber es gibt auch gute Gründe, den Wald im Sommer zu nutzen.

Waldarbeit im SommerWaldarbeit im SommerWaldarbeit im Sommer[]
© RWA
Der Kleinwald (laut Definition unter 200 ha Waldfläche) erntet etwa 60 % des österreichischen Holzeinschlages. Im Jahr 2013 betrug die Holznutzung 17,39 Millionen Erntefestmester ohne Rinde (FMO). Der Kleinwald erntete 10,31 Millionen FMO (–4,7 % im Vergleich zu 2012), der Großwald 5,42 Millionen FMO (–2,5 % zu 2012) und die Österreichischen Bundesforste hielten den Einschlag konstant bei 1,66 Millionen FMO.

Industrie klagt über fehlende Planbarkeit

Die österreichische Holzindustrie (Sägewerke, Papier- und Zellstofffabriken sowie Plattenwerke) sind international erfolgreich und benötigen zusätzlich noch ca. 9 Millionen Festmeter Rundholz aus Importen.

Während die Mengen der Bundesforste, des Großwaldes und auch die Importe relativ leicht planbar, eventuell auch verschiebbar sind, gilt die Kritik der Holzindustrie dem Klein- oder Bauernwald. Diese Mengen kämen je nach Wetterlage im Winter sehr gebremst (Winter 2012/13) oder extrem viel und unkoordiniert wie im letzten Winter. Aus Sicht der Industrie sind natürlich ungleichmäßige Lieferungen nicht gewünscht, da es oft an Lagerplatz und an Kapital fehlt, um extrem hohe Lagerstände zu finanzieren.

Forstarbeit: Es muss nicht immer im Winter sein

Traditionellerweise wird die Holzarbeit im Bauernwald im Winter verrichtet: Der Landwirt hat Zeit, der Boden ist gefroren und die Holzqualität ist oft besser. Es gibt aber auch einige gute Argumente für die Waldarbeit im Sommer. Falls es die Zeit zulässt, neben den landwirtschaftlichen Tätigkeiten auch in der warmen Jahreszeit in den Wald zu gehen, so sollte man folgende Aspekte beachten:

Waldhygiene: Borkenkäfer im Auge behalten

Der Borkenkäfer schlägt im Sommer zu und ein sofortiges Eingreifen bei Befall ist ein absolutes Muss! Das heißt, eine ständige Kontrolle der Wälder ist notwendig. Falls das nicht passiert, ist ein Wertverlust des Holzes durch Verblauung unvermeidbar und man unterstützt eine Vermehrung des Käfers. Wenn man neben den befallenen Bäumen auch die gefährdeten mitnimmt, kann man die Erntekosten im Rahmen halten.

Schlägerung: Kapazitäten im Sommer nutzen

Falls man selbst nicht die Zeit oder die Möglichkeit hat im Wald zu arbeiten, gibt es im Sommer meist freie Kapazitäten bei den Harvester- und Schlägerungsunternehmern, was sich oft in niedrigen Kosten auswirkt. Wenn pfleglich und bei trockenem Wetter gearbeitet wird, sind auch die Schäden nicht höher als im Winter. Den Winter 2012/13 hat noch jeder in Erinnerung: Zuerst warm und regnerisch, später in Gebirgslagen viel Schnee, was ein Befahren des Waldes lange unmöglich machte.

Holzmarkt: Günstige Preislage nutzen

Die Holzindustrie arbeitet das ganze Jahr über konstant und das Holzaufkommen ist im Sommer meist nicht so hoch wie im Winter. Das hat den Vorteil, dass die Preise meist gut sind und dass durch freie Kapazitäten der Frächter die Holzabfuhr schnell und problemlos von statten geht. Im letzten Winter ist das Holz extrem lange im Wald gelegen. Neben einer Entwertung des Holzes durch Verblauung ergibt sich dadurch auch ein Forstschutzproblem: Oft mussten die Holzganter gegen Insekten gespritzt, was doch erhebliche Kosten verursacht und eigentlich durch gute Planung leicht zu vermeiden wäre.

Die Holzprofis der Lagerhäuser stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn Informationen rund ums Holzgeschäft benötigt werden oder wenn man einen Schlägerungsunternehmer braucht, falls die eigenen Kapazitäten nicht ausreichen.

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