Heißes Thema Hahnenmast

Hähne aus Legeherkünften werden meist als Eintagsküken getötet. Kann das ethisch umstrittene Prozedere mit dem Einsatz von Zweinutzungsrassen geändert werden?

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© Agrarfoto
In Österreich werden jährlich 18.000 männliche Legehybriden unmittelbar nach dem Schlüpfen vernichtet (Quelle: Statistik Austria), weil sie für die Eiproduktion nicht in Frage kommen und zu langsam wachsen. Getötet werden sie, in konventionellen sowie in biologischen Betrieben, als Eintagsküken. Gerade in organischen Systemen sollte auf solche Tötungsmethoden verzichtet werden. Der Großteil der Konsumenten hat keine klaren Vorstellungen, was mit den Küken geschieht.

Sinnvolle Alternativen zur Küken-Tötung?

Eine Alternative zu den herkömmlichen Methoden ist die Mast der männlichen Küken, die aber einen hohen zusätzlichen Produktionsaufwand mit sich bringt. Die Verbraucher müssten damit rechnen, höhere Preise für die Ware zu bezahlen. Für die biologische Produktion wäre dieses System sicher empfehlenswert, da Konsumenten von organischen Produkten bereit sind, mehr Geld für Qualität auszugeben.

Eine weitere Alternative wäre der Einsatz von Zweinutzungsrassen, die im Vergleich zum Masthähnchen langsamer wachsen und eine geringere Anzahl an Eiern pro Jahr legen. „Sulmtaler“ oder „Altsteirer“ sind alte österreichische Geflügelrassen, die sich für dieses Produktionsverfahren eignen. Aber auch dieses System ist mit einem finanziellen Mehraufwand verbunden. Laut Vogt-Kaute ist ein Ei der Henne einer Zweinutzungsrasse um 0,03 Euro teurer als das eines Legehybriden. Auch in der Fleischproduktion sind Mehrkosten in der Höhe von 0,57 Euro zu erwarten.

Weitere Optionen wären die Verlängerung der produktiven Lebensdauer der Hennen oder die frühzeitige Bestimmung des Geschlechts bereits vor dem Schlüpfen der Küken.

Argumente für Zweinutzungsrassen

Zweinutzungsrassen können in Bezug auf die Mast mit herkömmlichen Masthähnchen nicht verglichen werden. Bei der Betrachtung der gesundheitlichen Aspekte hat die Verwendung von Geflügel, das zweifach genutzt werden kann, durchaus Vorteile: z.B. ist der Bedarf an Antibiotika bei solchen Hühnern meist geringer, da sie robuster sind als herkömmliche Masthybriden. Die Schlachtleistung hingegen wirkt ein wenig ernüchternd. Für Systeme mit einer kurzen Mastzeit sind Legehybriden weniger geeignet, eher für die extensive biologische Haltung. In der ökologischen Masthähnchenproduktion wählen die Landwirte üblicherweise langsam wachsende Broilerlinien aus, da sie das Schlachtgewicht früher erreichen als Zweinutzungsrassen.

Überlegungen zum Futterverbrauch

Der Futteraufwand für die Produktion von 1 kg Fleisch variiert bei den verschiedenen Zweinutzungsrassen zwischen 3 und 5 kg. Bei neu gekreuzten Hybriden, z.B. „Lohmann Dual“, kann bereits eine bessere Futterverwertung festgestellt werden. Der Futterbedarf hat große Auswirkungen auf die Kosten für das jeweilige Haltungssystem. Die Optimierung der Futterverwertung ist eines der großen Zuchtziele für die Zukunft.

Reale Chance für Hähnchenmast?

Eine wichtige Frage ist, ob die Mast von Hähnen reale Vermarktungschancen hat. Zurzeit eignen sich Zweinutzungsrassen besser für die Mast als Legeherkünfte, da sie geringere Produktionskosten und eine bessere Futterverwertung zeigen. In erster Linie wäre es wichtig, die Konsumenten darüber aufzuklären, wie der Herstellungsprozess von Eiern und Geflügelfleisch funktioniert. Vielleicht würden einige von ihnen ihre Einstellung ändern und für die ethische Herstellung von Lebensmitteln gerne etwas mehr investieren.

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