Halmbasis-Erkrankungen im Getreide

Erkrankungen an Halmbasis und Wurzel von Getreidepflanzen haben in den letzten Jahren (Stand März 2017) zugenommen und werden nicht immer erkannt. Ihre Auswirkungen, vor allem auf den Ertrag, werden vielfach unterschätzt.

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© RWA
Getreidepflanzen können ihr Ertragspotenzial nur erreichen, wenn sie von der Wurzel bis zur Ähre optimale Entwicklungsbedingen vorfinden und gesund wachsen können. Damit es zu keinen Halmbasis-Erkrankungen kommt, muss der Getreidepflanze besondere Beachtung geschenkt werden.

Schwarzbeinigkeit: Wasserzufuhr gestört

Der Pilz Gaeumannomyces graminis befällt Wurzeln und Halmbasis. Diese Wurzeln sterben ab und die Wasser- und Nährstoffzufuhr ist gestört. Die Blätter vergilben, es kommt zu einer Notreife (Weißährigkeit) mit schlecht ausgebildeten Ähren. Ertragsausfälle bei Weizen können bis zu 70 % und bei Gerste bis zu 30 % betragen. Eine vorbeugende fungizide Saatgutbeizung sowie die Einhaltung einer gesunden Fruchtfolge von 1 – 3 Jahren zwischen anfälligen Getreidearten sind wichtige Bekämpfungsmaßnahmen.

Scharfer Augenfleck: Blätter sterben ab

Rhizoctonia-Erreger schädigen Blätter und Wurzeln. Auf Blättern und Blattscheiden bilden sich kleine, runde Verfärbungen, die sich zu größeren, ungleich geformten Flecken weiterentwickeln. Diese sind innen braun bis grau und haben einen dunkelbraunen Rand, der den Fleck scharf abgrenzt. Befallene Blätter sind häufig mit Myzel überwachsen, später sterben sie ab. Der Vegetationskegel wird nur selten befallen, so dass die Pflanzen wieder austreiben können, falls die Bedingungen für Rhizoctonia ungünstig werden.

Fusarium an der Halmbasis

Fusarium avenaceum lebt vor allem saprophytisch im Boden, kann aber auch parasitisch auf ausdauernden Pflanzen vorkommen. Die Zunahme von Grasarten in den Ackerbaugebieten durch Fruchtfolgen und Begrünungen fördern die Ausbreitung. Der Pilz kann auch Weizen oder Gerste befallen und durch Reduktion der Ährenausbildung deutliche Mindererträge verursachen.

Halmbruch: Pilz zerstört Gewebe

Pseudocercosporella herpotrichoides kann sich von lebenden Wirtspflanzen ernähren, aber auch auf totem Gewebe (Ernterückständen) überdauern. 2 Pathotypen werden unterschieden: Der W-Typ kann fast ausschließlich Weizen, der R-Typ alle Getreidearten befallen. Eine Hauptinfektion geht meist von den Ernterückständen im Boden aus, auf denen der Pilz in Form eines Dauermyzels mindestens 2 Jahre überdauern kann. Mit Regenspritzern werden Konidien im Bestand verteilt und dringen in das Gewebe ein. Der Pilz wächst in den Halm und beginnt, das Gewebe zu zerstören. Die Optimalbedingungen für eine Infektion sind hohe Feuchtigkeit und Temperaturen zwischen 5 – 10° C (Spätherbst, zeitiges Frühjahr).

Bekämpfung zu Schossbeginn

Ein hohes Risiko für Erkrankungen an Halmbasis und Wurzel besteht bei getreidelastigen Fruchtfolgen und reduzierter Bodenbearbeitung. In gefährdeten Gebieten empfiehlt sich eine Bekämpfung zu Schossbeginn im BBCH 30–31 mit gegen Halmbruch zugelassenen Fungiziden.

Eine gute Benetzung der Pflanzen ist dabei wichtig - also nicht mit Wasser sparen. Kombinationen mit Herbiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern sind möglich (Empfehlungen der Hersteller unbedingt beachten).

Nähere Informationen

Informationen zu Erkrankungen der Halmbasis und zur aktuellen Befallssituation bei Getreidekrankheiten finden Sie auf www.warndienst.at

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Autor:
Ing. Stefan Winter, LK Burgenland