Kaninchen: Chancen in der Marktnische?

Gute Grundfutterverwertung, minimale Trittschäden, hochwertige Fleischprodukte: Viele Argumente sprechen für die Kaninchenhaltung. Das sollten Sie beachten, wenn Sie Kaninchenhalter werden möchten.

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© RWA
Die Kaninchenhaltung spielt in der österreichischen Landwirtschaft eine relativ unbedeutende Rolle. Vereinzelt gibt es aber Kaninchenzüchter, die qualitativ einwandfreie Produkte produzieren. Für das Image eines Betriebes ist die artgerechte Kaninchenhaltung sehr wichtig. Oftmals ist der Kaninchenstall ein Aushängeschild für den Betrieb. Ein optimal gestaltetes Kaninchengehege enthält einen geräumigen Stall mit Rückzugsmöglichkeiten und Auslauf ins Freie.

Sicher vor Wind und Wetter

Wichtig bei der Freilandhaltung ist ein aus- und einbruchsicherer Zaun. Dieser sollte mindestens 50 cm tief eingegraben und mindestens 1 m hoch sein. Ebenso sollte die Weidefläche so groß sein, dass eine gekoppelte Haltung möglich ist.

Da Kaninchen auch Feinde haben, ist es besonders wichtig, ihnen eine Unterschlupfmöglichkeit zu bieten. Nicht nur vor natürlichen Gegnern, auch vor Nässe, Kälte Zugluft und der Sonne sollten sie geschützt sein.

Um die gewünschten Fleischleistungen zu erzielen, soll jederzeit genügend Raufutter in guter Qualität und sauberes Wasser zur Verfügung stehen. Die Futterquellen müssen so angebracht sein, dass sie leicht erreichbar sind und möglichst wenig durch Kot und Urin verschmutzt werden. Da Kaninchen gerne nagen, müssen ständig Gegenstände wie frische Äste, getrocknete Maiskolben, Rüben, etc. zur Verfügung stehen.

Häufige Probleme bei der Haltung

Häufige Krankheiten sind die Trommelsucht und die Kokzidiose. Erstere äußert sich durch Blähungen und eine gespannte Bauchdecke, die Zähneknirschen, Unruhe und das Trommeln auslösen. Trommelsucht entsteht meist durch falsche Fütterung. Indem die Tiere auf eine Nulldiät gesetzt werden und 2 Teelöffel Kümmeltee mehrmals täglich erhalten, kann die Krankheit gelindert werden. Tierarzt kontaktieren!

Bei der Kokzidiose fressen die Tiere nicht mehr. Der Kot ist blutig und schleimig. Die Krankheit ist über Futter und Wasser übertragbar. Vorbeugend sollte viel Platz und saubere Nahrung zur Verfügung stehen. Um den Infektionskreislauf zu unterbrechen, muss der Stall desinfiziert werden.

Mindestanforerungen der Kaninchenhaltung

Pro trächtiger Zuchthäsin muss ab spätestens Mitte der Trächtigkeit eine abgedunkelte Nestkammer als Rückzugsort zur Verfügung stehen. Weil es in der Natur der Tiere liegt, die Nester für die bevorstehende Geburt herzurichten, müssen die Hasenweibchen ihr Nest auspolstern können. Einstreu muss in nicht beheizbaren Räumen zur Verfügung stehen. Spalten-, Loch oder Gitterböden müssen dem Gewicht und der Größe der Tiere angepasst sein. Jungtiere dürfen bis zu 8 Wochen nicht in Einzelhaltung gehalten werden, außer sie sind krank oder verletzt und müssen ärztlich behandelt werden. Grundsätzlich benötigen Jungtiere eine Mindestbodenfläche von 3.000 cm². Im Durchschnitt braucht ein erwachsenes Zuchtkaninchen (über 5,5 kg) 6.500 cm². Bei der Kaninchenhaltung für die Fleischgewinnung sollten die Bodenflächen mindestens 60 % dieses Wertes (ca. 4.000 cm2) betragen.
Sollten Sie eine Kaninchenhaltung planen, besuchen Sie Ihr Lagerhaus und lassen Sie sich von unseren Experten beraten.