Heimische Frühkartoffelsaison startet zögerlicher als erwartet

Hektarerträge fallen noch eher bescheiden aus.

Wien, 6. Juni 2017 (aiz.info). - Die Vermarktung der Kartoffelernte 2016 geht in Österreich zu Ende. Die letzten Partien werden diese Woche an einzelne Handelsketten abgegeben. Preislich gibt es dabei keine Änderungen mehr. Die Frühkartoffelsaison startet zögerlicher als zuletzt gedacht. Der Kälteeinbruch Ende April hat die Bestände doch etwas mehr in Mitleidenschaft gezogen als erwartet. Die Hektarerträge bei den Frühsorten fallen mit 12 bis 15 t im Burgenland und im Marchfelder-Raum entsprechend bescheiden aus. In der Steiermark wurden die Rodearbeiten ertragsbedingt sogar gänzlich wieder eingestellt, teilt die Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau mit. Die verfügbaren Mengen für den Lebensmitteleinzelhandel sind entsprechend überschaubar und werden vom Markt gut aufgenommen.

Die Erzeugerpreise für Heurige haben zu Wochenbeginn leicht auf 40 bis 42 Euro/100 kg nachgegeben. Ende dieser Woche starten voraussichtlich die Erntearbeiten im Stockerauer Raum (NÖ). In Oberösterreich verzögert sich der Start der Heurigensaison voraussichtlich um eine weitere Woche.

Am deutschen Speisekartoffelmarkt ist alterntige Ware nur mehr eine Randerscheinung, im Südwesten ist sie gar nicht mehr in den Geschäften vorhanden. Im Lebensmitteleinzelhandel dominieren derzeit die Frühkartoffeln aus Ägypten, Israel und Spanien. Vor allem Spanien dürfte hier ertragsmäßig eine sehr gute Ernte einfahren und entsprechend auf den Markt drücken. Die Frühkartoffelpreise für Importware sind rückläufig. Zuletzt wurden Erlöse von deutlich unter 50 Euro/100 kg genannt. Im Südwesten Deutschlands liefen mittlerweile die ersten reifefördernden Maßnahmen für die Vermarktung festschaliger Speiseware an, sodass es ab der übernächsten Woche ein erstes Angebot für den Handel geben kann.