Heimische Inflation stieg im September auf 0,9%

Nahrungsmittel verteuerten sich unterdurchschnittlich.

Wien, 17. Oktober 2016 (aiz.info). - Die österreichische Inflationsrate belief sich nach Berechnungen der Statistik Austria im September 2016 auf 0,9% (Mai bis August jeweils +0,6%). Ausschlaggebend für den Anstieg waren die Treibstoffpreise, die sich im Jahresvergleich deutlich weniger stark als im August und den Vormonaten verbilligten. Ein Hauptpreisdämpfer blieben sie aber dennoch. Dem gegenüber wiesen Bewirtungsdienstleistungen weiterhin die größte Preisdynamik auf, während sich Nahrungsmittel nur moderat verteuerten.

Billigere Treibstoffe dämpften Inflation nur mehr geringfügig

Als bedeutendster Preistreiber im Jahresabstand erwies sich die Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich +3,0%). In erster Linie waren die teureren Bewirtungsdienstleistungen (+3,1%) dafür verantwortlich. Beherbergungen kosteten im Mittel um +2,4% mehr und Versicherungsdienstleistungen um +1,9%.

In der Kategorie "Wohnung, Wasser, Energie" erhöhten sich die Preise im Schnitt um 1,0%. Für Wohnungsmieten wurde insgesamt um 3,3% mehr ausgegeben, während Betriebskosten für Mietwohnungen um 1,0% und jene für Eigentumswohnungen um 2,2% stiegen. Die Instandhaltung und Reparatur der Wohnung kostete um 0,8% mehr. Die weniger als zuletzt gesunkenen Heizölpreise (September -8,8%, August -10,3%) beeinflussten die Preisentwicklung der gesamten Haushaltsenergie aber immer noch merklich (durchschnittlich -1,0%, Gas -2,4%, feste Brennstoffe 0,0%, Fernwärme +1,2% und Strom +1,1%).

Preise für Milch, Käse und Eier rückläufig

Moderat entwickelten sich die Preise in der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich +0,5%). Nahrungsmittel allein verteuerten sich insgesamt um 0,4% (Fleisch +1,2%, Brot und Getreideerzeugnisse +1,4%, Obst +1,0%, jedoch Milch, Käse und Eier insgesamt -1,3% und Gemüse -1,1%). Für alkoholfreie Getränke musste um 1,6% mehr gezahlt werden.

Die Preise in der Kategorie "Verkehr" gingen im Jahresabstand durchschnittlich um 0,8% zurück. Hauptverantwortlich für das schwache Minus waren die Treibstoffpreise, die zwar erneut, aber deutlich geringer (-3,5%) als Hauptpreisdämpfer wirkten. Im August hatten sie noch um 8,4% weniger gekostet. Flugtickets ins Ausland verbilligten sich um 6,2% (August -12,0%), Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich hingegen um 3,7%.

Wöchentlicher Einkauf fast preisstabil

Das Preisniveau des sogenannten Mikrowarenkorbes, der vorwiegend Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, erhöhte sich im Jahresabstand um 1,3% (August +1,6%). Ein Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, kostete im Jahresabstand um 0,1% mehr (August -1,0%).

Die harmonisierte, auf europäischer Ebene vergleichbare österreichische Inflationsrate betrug im September +1,1% und war aufgrund der unterschiedlichen Gewichtung einzelner Kategorien etwas höher als der nationale Verbraucherpreisindex. Im EU-Schnitt und im Euroraum stieg dieser Wert auf 0,4%.