Heimische Milchbauern erwartet 2014/15 Zusatzabgabe in Rekordhöhe

Referenzmenge voraussichlich um 168.024 t überliefert.

Wien, 16. April 2015 (aiz.info). - Die österreichischen Milchbauern haben im Quotenjahr 2014/15 ihre Anlieferungs-Referenzmenge in Summe voraussichtlich um 168.024 t oder 5,8% überschritten. Daraus resultiert eine Zusatzabgabe in der Höhe von 46,8 Mio. Euro, die an die EU abzuführen ist. Das ist der höchste Wert seit Einführung des Quotensystems. Dies geht aus den vorläufigen Ergebnissen für 2014/15 hervor, welche von der Agrarmarkt Austria (AMA) heute veröffentlicht wurden. Zum Vergleich: Im Milchjahr 2013/14 war eine Abgabe von 25,4 Mio. Euro zu entrichten.

Im abgelaufenen Quotenjahr (April 2014 bis März 2015) stand in Österreich eine Referenzmenge für Lieferungen (A-Quote) in der Höhe von 2,911.287 t zur Verfügung. Tatsächlich haben die heimischen Bauern aber laut den vorläufigen Ergebnissen 3,036.414 t Rohmilch an die Molkereien und Käsereien geliefert. Der durchschnittliche Fettgehalt dieser Milch lag mit 4,19% über dem von der EU vorgegebenen Referenzwert von 4,04%, daher erhöht sich aufgrund der "Fettkorrektur" die Anlieferung um weitere 42.897 t auf 3,079.311 t. Damit wurde die nationale Quote um 168.024 t überliefert.

Die EU hat bekanntlich für Quotenüberschreitungen eine Zusatzabgabe festgelegt, diese betrug im abgelaufenen Milchjahr 27,83 Cent je kg Milch. Aus der genannten Überlieferung von 168.024 t resultiert somit voraussichtlich eine "Superabgabe" von 46,8 Mio. Euro.

Quoten in den vergangenen Jahren meist überschritten

Die heuer erwartete Zusatzabgabe von rund 46,8 Mio. Euro wird die höchste Abgabe seit Einführung des EU-Quotensystems in Österreich sein. Der bisherige Spitzenwert wurde 1998/99 mit knapp 38 Mio. Euro verzeichnet. Abgesehen von den ersten zwei Jahren nach dem EU-Beitritt wurde die Quote hierzulande in fast allen Jahren mehr oder weniger deutlich überschritten. Nur 2009/10 kam es zu einer saldierten Unterlieferung, und zwar in der Höhe von knapp 42.000 t. In Summe mussten die heimischen Milchbauern in den vergangenen Jahren bis zum Quotenjahr 2013/14 laut AMA rund 377 Mio. Euro an Zusatzabgabe entrichten.

Endgültige Ergebnisse für 2014/15 werden im Juni bekannt gegeben

Auf Basis der endgültigen Daten je Milchlieferant (Meldefrist: 14. Mai 2015) wird die AMA auch die negative Fettkorrektur in ihre Berechnungen einbeziehen. Dadurch kann sich die Überschussabgabe letztendlich noch leicht vermindern. Die endgültigen Ergebnisse für das Quotenjahr 2014/15 mit allen Detailzahlen werden voraussichtlich in der zweiten Junihälfte 2015 veröffentlicht. Dann wird auch bekannt gegeben, wie hoch die einzelbetriebliche Abgabe je kg Überlieferung sein wird.

Die Zusatzabgabe wird den überliefernden Betrieben vom Milchgeld abgezogen und von den Molkereien an die AMA überwiesen. Diese führt den Gesamtbetrag dann an den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) ab. Mit dem Auslaufen des Quotensystems per 1. April 2015 entfällt künftig die Entrichtung dieser Abgabe.

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