Heimische Rinderproduktion wird heuer leicht steigen

Für 2017 wird ein Rückgang um 1,5% erwartet.

Wien, 8. März 2016 (aiz.info). - Die Bruttoeigenerzeugung an Rindern wird in diesem Jahr in Österreich voraussichtlich um 0,9% zunehmen. Für 2017 ist eine Verringerung der Produktion im Ausmaß von 1,5% zu erwarten. Dies geht aus der jüngsten Prognose der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft hervor.

Die Bruttoeigenerzeugung errechnet sich aus der Schlachtrindermarktleistung abzüglich der Importe und zuzüglich der Exporte von Nutz- und Zuchtrindern. Konkret erwartet die Bundesanstalt für 2016 eine Großrinder-Produktion von rund 572.500 Stück (-0,8% gegenüber 2015). Die Kälber-Erzeugung wird bei rund 130.000 Stück liegen (+9%). Das ergibt in Summe eine Bruttoeigenerzeugung von etwa 702.500 Stück, was einem Plus von 0,9% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Für das Jahr 2017 wird von einer Großrinder-Produktion von etwa 565.000 Stück ausgegangen (-1,3% gegenüber der Prognose für 2016). Die Kälber-Erzeugung wird in etwa 127.000 Stück (-2,3%) betragen. Daraus resultiert insgesamt eine voraussichtliche Bruttoeigenerzeugung von 692.000 Stück (-1,5%).

Gesamtrinderbestand 2015 um 0,2% gesunken

Die Prognose der Bundesanstalt basiert im Wesentlichen auf der Rinderzählung zum Stichtag 1. Dezember 2015. Der Gesamtrinderbestand betrug dabei rund 1,96 Mio. Stück und war damit im Jahresabstand um 0,2% gesunken. Die Rinder im Alter bis zu einem Jahr nahmen zahlenmäßig um 0,8% ab, jene mit ein bis unter zwei Jahren nahmen um 1,5% zu, und der Bestand an Rindern über zwei Jahre sank um 0,6%. Der Kuhbestand verkleinerte sich insgesamt um 1,2% auf 758.000 Stück, wobei die Milchkühe um 0,2% auf rund 539.000 Stück zulegten, während bei den Mutterkühen ein Rückgang um 4,6% auf 219.000 Stück verzeichnet wurde.

Exportüberschuss erzielt

Im Jahr 2015 wurden im Inland rund 631.000 Großrinder geschlachtet, das bedeutet gegenüber 2014 eine Zunahme um 3,7%. Der Import lebender Schlachtrinder erhöhte sich laut vorläufigen Zahlen um 10,4% auf rund 110.000 Stück. Die Einfuhren von Rindfleisch und Verarbeitungsprodukten legten um 0,2% auf umgerechnet 116.000 Tiere zu. Die Importe von Zucht- und Nutzrindern verringerten sich dagegen um 10,5% auf etwa 3.500 Stück.

Die Exporte lebender Schlachtrinder gaben 2015 um 12,7% auf 12.400 Stück nach. Die Ausfuhren von Rindfleisch und Verarbeitungsprodukten konnten um 1,4% auf umgerechnet 376.000 Stück angehoben werden. Die Zucht- und Nutzrinderausfuhren sanken gleichzeitig um 10,2% auf etwa 47.000 Tiere. In Summe importierte Österreich 2015 umgerechnet rund 230.000 Großrinder und exportierte 435.000 Stück, woraus ein Exportüberhang von 205.000 Tieren resultierte. Die Bundesanstalt errechnete aus diesen Zahlen eine vorläufige Bruttoeigenerzeugung an Großrindern von rund 577.000 Stück - sie lag damit um 1% über jener von 2014.

Erzeugerpreise konnten 2015 zulegen

Die Erzeugerpreise für Rinder entwickelten sich 2015 laut Statistik Austria nach den Rückgängen im Jahr 2013 und 2014 überwiegend positiv. Die Schlachtpreise für Stiere stiegen um 4,2%, für Kühe um 3,1% und jene für Schlachtkalbinnen um 0,7%. Insgesamt ergab das einen um 3,4% höheren Erzeugerpreis für Schlachtrinder. Der Erzeugerpreis für trächtige Nutzkalbinnen erhöhte sich um 7,9% und jener für trächtige Zuchtkalbinnen legte um 2,4% zu.

Kälberschlachtungen rückläufig

Die Kälberschlachtungen wurden 2015 um weitere 5,1% auf 63.800 Stück verringert. Gleichzeitig wurden die Importe von Schlachtkälbern um 70,6% auf 9.500 Tiere erhöht. Die Einfuhren von Kalbfleisch erhöhten sich um 2,7% auf umgerechnet 79.400 Stück, an Zucht- und Nutzkälbern wurden 560 Stück importiert. Die Ausfuhren an Schlacht-, Zucht- und Nutzkälbern verringerten sich im Berichtsjahr um 3,6% auf rund 65.600 Tiere. Daraus ergibt sich für 2015 eine vorläufige Bruttoeigenerzeugung von 119.300 Kälbern. Das entspricht einem Rückgang um 7,6%. Die Erzeugerpreise für Schlachtkälber legten 2015 durchschnittlich um 1,2% zu.