Heimische Wein- und Sektproduktion orientiert sich an neuen Kaufkriterien

Zertifizierung nachhaltig produzierter Weine und Sekt g.U. 2015 umgesetzt.

Berlin, 18. Jänner 2016 (aiz.info). - In der Weinwelt in Österreich haben sich 2015 einige Neuerungen manifestiert. So ist etwa die nachhaltige Arbeitsweise von Winzern als positive Reaktion auf den Klimawandel messbar geworden und kann nun ausgewiesen werden. Im Oktober wurde anlässlich des Tags des österreichischen Sekts die nachjustierte Qualitätspyramide von Sekt aus Österreich vorgestellt. Neu ist die Nomenklatur der Qualitätsstufen Klassik, Reserve und Große Reserve, sowie die Einbettung von Qualitätssekt in das Herkunftssystem von Wein aus Österreich. "Ab 2016 kommen die ersten Sekte mit geschützter Ursprungsbezeichnung auf den Markt" kündigte Willi Klinger, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing (ÖWM), im Rahmen der Grünen Woche in Berlin an.

Transparenz bei der Herstellung von Lebens- und Genussmitteln werde für Konsumenten vor allem in Europa zunehmend wichtiger, der nachweislich verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und klimaneutrale Erzeugung seien in den letzten Jahren Kaufkriterien geworden. Darauf habe der Österreichische Weinbauverband reagiert und mit Fachexperten ein Zertifizierungssystem für nachhaltig produzierten Wein entwickelt.

20 Weinbaubetriebe bisher zertifiziert

Seit dem Frühjahr 2015 können österreichische Winzer eine Nachhaltigkeitszertifizierung beantragen. Bis heute haben 20 Weinbaubetriebe die Zertifizierung geschafft und sich hohe Qualitätsziele in Sachen Nachhaltigkeit im Hinblick auf Traubenproduktion, Weinerzeugung und Weingartenmanagement, sowie Sozialverträglichkeit und Ökonomie gesteckt, um unter anderem Ressourcen zu schonen und Biodiversität zu erhalten. "Im Frühjahr 2016 wird wiederum eine Informationsoffensive gestartet, um weitere Betriebe zu animieren, diese Nachhaltigkeitszertifizierung anzustreben", gab Josef Glatt, Geschäftsführer des österreichischen Weinbauverbandes, bekannt.

Heimische Winzerbetriebe, die sich ernsthaft mit den Anforderungen nachhaltigen Wirtschaftens auseinandersetzen, haben das Nachhaltigkeitszertifikat erlangt und bilden es seitdem auf ihren Etiketten ab. Nachhaltig produzierter Wein kann, muss aber nicht organisch-biologisch oder biologisch-dynamisch produziert sein, im Idealfall ist er jedoch beides. "Jedenfalls signalisieren Winzer mit dem Nachhaltigkeitssiegel, dass sie sich tiefgehend mit der Positionierung des eigenen Betriebes in Zeiten des Klimawandels auseinandersetzen. Sie outen sich als fair denkende Produzenten und wollen ein Zeichen setzen, einerseits gegenüber Konsumenten, andererseits auch, um Kollegen zur Nachhaltigkeitsnabelschau zu bewegen", so Klinger.

Sekt aus Österreich mit geschützter Ursprungsbezeichnung

Analog zum Qualitätswein wurde für österreichischen Qualitätssekt eine neue legistische Basis vom Österreichischen Sektkomitee und dem Ausschuss der selbst versektenden Winzer gemeinsam mit der ÖWM und den Experten der Kammern und des Landwirtschaftsministeriums geschaffen. "Aus einer Flut von Schaumweinen ohne Identität erhebt sich nun der österreichische Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung - g.U.. Sekt, der seine Herkunftsgeschichte zu erzählen weiß, ob er nun von Poysdorfer Frische zeugt, von Langenloiser Mineralik, pannonischem Tiefgang aus Gols oder von brillanter Aromatik aus Gamlitz - starke Charaktere kommen aus allen Weinbaugebieten Österreichs", weiß der österreichische Weinbaupräsident Johannes Schmuckschlager.

Die drei seit 2014 bekannten Stufen der Qualitätspyramide des österreichischen Sekts werden künftig je nach Erfüllung der Herstellungskriterien mit der Nomenklatur "Klassik", "Reserve" und "Große Reserve" bezeichnet. Bei den Kategorien "Klassik" und "Reserve" darf als Herkunft das generische Weinbaugebiet, also das Bundesland, auf dem Etikett angeführt sein, bei der Kategorie "Große Reserve" darf die Herkunftsgemeinde und gegebenenfalls die Herkunftslage genannt werden. "Zur Freude aller Weinliebhaber wird die Qualität von Sekt aus Österreich in Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spitze getrieben", freute sich Klinger.