Heimische Wissenschafter sind Schwarzholzkrankheit im Weinbau auf der Spur

14 genetisch unterschiedliche Phytoplasmen nachgewiesen.

Wien, 5. Dezember 2016 (aiz.info). - Wissenschafter am Health & Environment Department des AIT Austrian Institute of Technology haben in Zusammenarbeit mit der Höheren Bundeslehranstalt sowie dem Bundesamt für Wein- und Obstbau, Klosterneuburg die Auslöser der Schwarzholzkrankheit im Weinbau, sogenannte Phytoplasmen, näher analysiert. Eine genaue Untersuchung der zellwandlosen Bakterien ist extrem schwierig, da sie bis heute nicht im Labor gezüchtet werden können und mit über 100 Pflanzenkrankheiten im Zusammenhang stehen. Dennoch sind die Wissenschafter der zur den Vergilbungserkrankungen im Weinbau zählenden Infektion näher auf die Spur gekommen.

Es ist ihnen gelungen, die DNA der Phytoplasmen zu isolieren und anschließende Vergleiche bestimmter DNA-Sequenzen anzustellen, die überraschenderweise zeigten, dass es in Österreich mindestens 14 Genotypen - also genetisch unterschiedliche - Phytoplasmen gibt. Weitere Untersuchungen ergaben, dass eine aktuell in Österreich grassierende Ausbreitungswelle der Schwarzholzkrankheit hauptsächlich durch einen einzigen dieser 14 Genotypen verursacht wird.

"Zwei Drittel aller Erkrankungen sind allein auf diesen einen Genotyp zurückzuführen", erklärte Projektleiter Günter Brader vom AIT. Verbreitet wird dieser Typ durch eine spezielle Zikade (die Windenglasflügelzikade), wobei die Brennnessel als Zwischenwirt dient. Die Klärung dieses Verbreitungsweges war insofern überraschend, als bisherige Arbeiten andere Routen identifiziert hatten. "Die Verbreitung könnte sich in den letzten Jahren geändert haben. Die Ergebnisse tragen nun wesentlich zu den Möglichkeiten der Bekämpfung bei", meinte Brader.

Zudem stellten die Forscher fest, dass unterschiedliche Genotypen verschiedene Symptome in den Pflanzen verursachen und der bekannte Abwehrstoff Salicylsäure oder eine biologische Schädlingsbekämpfung mit Bakterien so gut wie keine Wirkung zeigten.

Ergebnisse zu der Studie wurden im Journal of Phytopathology 164 (2016) sowie im European Journal of Plant Pathology 140-2 (2014) veröffentlicht.