Heimischer Erzeugermilchpreis war im Jänner rückläufig

Molkereien zahlten im Schnitt 33,75 Cent netto.

Wien, 7. März 2016 (aiz.info). - Der österreichische Erzeugermilchpreis war im Jänner 2016 erstmals seit Juli 2015 wieder rückläufig. Im Durchschnitt zahlten die heimischen Molkereien und Käsereien ihren Lieferanten für Rohmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß 38,14 Cent brutto/kg beziehungsweise 33,75 Cent netto. Das war um 0,6 Cent netto weniger als im Vormonat Dezember, gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein Minus von 1 Cent, dies geht aus der jüngsten Milchpreisstatistik der Agrarmarkt Austria (AMA) hervor.

Der für Jänner 2016 ermittelte Erzeugerpreis von 33,75 Cent netto/kg bezieht sich bekanntlich auf den Durchschnitt aller Qualitäten. Für konventionelle Milch (mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß, ohne Heumilchzuschlag) wurden im Bundesschnitt 31,42 Cent ausbezahlt. Für Biomilch erhielten die Bauern im Schnitt 43,72 Cent netto/kg.

Wie berichtet, lag der heimische Erzeugermilchpreis im Jahr 2015 in allen Monaten deutlich unter dem Vorjahresniveau. Im Juli wurde mit 32,73 Cent/kg der tiefste Wert erreicht, danach kam es bis Dezember wieder zu einem leichten kontinuierlichen Anstieg. Seit Jänner 2016 geht es preislich wieder abwärts, auch für Februar und März lassen die jüngsten Preismeldungen der Molkereien ein Anhalten dieses Trends erwarten. Laut AMA-Schätzungen wird im Februar für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen mit einem durchschnittlichen Auszahlungspreis von 33,60 Cent/kg gerechnet. Die Milchpreisschätzung der AMA erfolgt auf Basis von zirka 85% der angelieferten Menge, wobei saisonale Schwankungen für die Bezahlung der Milchinhaltsstoffe (Fett und Eiweiß) berücksichtigt werden.

Anhaltend hohe Milchanlieferung

Auch zu Jahresbeginn 2016 blieb die Milchanlieferung in Österreich konstant hoch. Im Jänner wurden 268.095 t Rohmilch von den Molkereien übernommen, das waren um 5% mehr als im Vorjahreszeitraum. Verglichen mit dem Vormonat Dezember 2015 wurde die Anlieferungsmenge um 1,4% übertroffen. Aufgrund des anhaltend hohen Rohmilchangebots appellieren zahlreiche heimische Molkereien an ihre Milchbauern, sich bei den Anlieferungen soweit wie möglich einzubremsen. Vereinzelt werden bereits diverse Modelle zur Liefermengen-Stabilisierung diskutiert. LK Österreich-Präsident Hermann Schultes hat kürzlich einen Vorschlag präsentiert, wie man auf europäischer Ebene zu einer Begrenzung des Angebots und dadurch zu einer Stabilisierung des Erzeugermilchpreises kommen könnte.