Hitze und Trockenheit verringerten Feldgemüseernte 2015 um knapp ein Fünftel

Deutliche Ausfälle bei Zwiebeln und Karotten, geringere bei Paradeisern und Gurken.

Wien, 3. Dezember 2015 (aiz.info). - Die diesjährige Feld- und Gartenbaugemüseernte (inklusive Chinakohl) ist mit 560.200 t um 19% geringer ausgefallen als im Vorjahr, womit aufgrund der langen Hitze- und Trockenperiode eine stark unterdurchschnittliche Ernte erbracht wurde (-12% zum Fünfjahresmittel). Vor allem bei Kohl- und Blattgemüsearten gab es hitzebedingte Ausfälle (Brand oder vorzeitiges Auswachsen). Die Trockenheit wirkte sich vor allem auf nicht bewässerte Feldkulturen aus, was sich einerseits durch einen schlechten Aufgang der Saat und andererseits durch Wachstumsdefizite beziehungsweise verminderte Produktgrößen bemerkbar machte, wie die Statistik Austria bekanntgibt.

Deutliche Ausfälle bei Zwiebeln und Karotten

Hohe Ausfälle gab es insbesondere bei Hülsenfrüchten, Wurzel- und Zwiebelgemüsearten. Mit 284.100 t lag die Erntemenge um 24% unter dem Vorjahreswert und auch 14% unter dem Fünfjahresmittel. Bei Zwiebeln wurde infolge der langen Trockenperiode mit 168.100 t eine deutlich geringere Produktion als im Rekordjahr 2014 ermittelt (-18%). Auch bei Karotten zeichneten hauptsächlich Hitzeschäden für die unterdurchschnittlichen Erträge (66.800 t, -38%) verantwortlich. Zeller erbrachte auf reduzierter Anbaufläche eine Produktion von 12.200 t (-16%). Auch bei Grünerbsen fiel diese - hauptsächlich flächenbedingt - auf 9.500 t zurück (-15%). Knoblauch erzielte auf leicht vergrößerter Fläche 900 t (±0%).

Hitzeschäden bei Salat und Kraut

Mit 128.500 t fiel auch die Ernte an Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse stark unterdurchschnittlich (-20%; -23% zum Fünfjahresdurchschnitt) aus. Hohe Einbußen wegen Hitze und Trockenheit verzeichneten vor allem Salate, deren Produktion einen Tiefstwert (40.600 t, -10%) erreichte und damit 16% unter dem Fünfjahresmittel rangierte. Bei Kraut, davon 87% Weißkraut, sank die Erntemenge gegenüber 2014 sogar um 28% auf 42.500 t zurück - 26% weniger als in einem "Normaljahr". Ebenso wurde bei Chinakohl mit 16.700 t ein starkes Minus gemeldet (-31%). Spinat fiel trotz Flächenausweitung um 7% auf 11.000 t zurück. Spargel hingegen verzeichnete mit 2.500 t nur moderate Einbußen von 2%.

Etwas weniger Paradeiser und Gurken, dafür höhere Kürbisproduktion

An Fruchtgemüse wurde eine leicht überdurchschnittliche (+3%) Erntemenge von 147.700 t verzeichnet, die jedoch 4% unter dem Wert von 2014 lag. Bei Tomaten, davon 78% Rispenparadeiser, lag die Produktion bei nahezu gleichbleibender Fläche mit 55.700 t nur geringfügig (-3%) unter dem Vorjahreswert. Das Erntevolumen der Gurken lag bei 43.600 t (-4%). Davon waren mehr als zwei Drittel im Glashaus gezogen worden - ihre Menge blieb mit 29.600 t klar unter Vorjahresniveau (-8%), weil Lichtmangel im Frühjahr und Herbst den Ertrag etwas dämpfte. Mit 15.300 t wurden bei Paprika ebenfalls Ausfälle von 15% gemeldet, teilweise einhergehend mit leichter Flächenreduktion. Zuckermais erreichte auf reduzierter Fläche eine Erntemenge von 10.600 t (-15%), Speisekürbis hingegen mit 15.100 t eine 9%ige Steigerung zum Vorjahr und machte damit bereits 10% des gesamten Fruchtgemüsesegments aus. Bei Zucchini wurde mit 5.000 t in etwa die Vorjahresmenge geerntet.