Hogan kündigt für Juli weiteres Hilfspaket für betroffene Sektoren an

EU-Staaten würden auch Krisenreserve heranziehen.

Luxemburg, 27. Juni 2016 (aiz.info). - Beim heutigen Treffen der EU-Landwirtschaftsminister in Luxemburg hat Agrarkommissar Phil Hogan ein weiteres Hilfspaket für Krisensektoren für den nächsten Rat im Juli angekündigt. Konkret könnten weitere Zuwendungen an Landwirte an die Milcherzeugermenge geknüpft werden, heißt es. Schätzungen gehen davon aus, dass erneut ein paar Hundert Mio. Euro aus dem EU-Agrarhaushalt bereitgestellt werden.
Die EU-Mitgliedstaaten signalisierten heute, dass im Notfall auch die von den Landwirten selbst finanzierte Krisenreserve für ein weiteres Hilfspaket herangezogen werden sollte. Die Zuwendungen mit nationalem Gestaltungsspielraum sollen dazu dienen, die Milcherzeugermenge einzudämmen. Fraglich bleibt allerdings, ob auch die Niederlande und Irland bereit sein werden, die Hilfen an eine Reduzierung der Ablieferungsmenge zu knüpfen. Frankreichs Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll erklärte, er bedaure, dass so viel Zeit verstrichen sei, bevor die EU-Kommission zur Tat schreite.
Geprägt war der heutige Agrarrat auch vom Abstimmungsergebnis in Großbritannien. Die Zusammenkunft der Minister musste abgekürzt werden, da Kommissar Hogan bei einer Krisensitzung des Kommissionskollegiums in Brüssel erwartet wurde. Angereist nach Luxemburg war schon mal der schottische Landwirtschaftsminister Fergus Ewing, um nach dem Referendum seine Fühler zu den EU-Agrarministern auszustrecken. Frankreichs Minister Le Foll will seine Kollegen aus den anderen EU-Mitgliedstaaten Ende August einladen, um über die GAP nach einem Brexit und nach 2020 zu debattieren.