Holzmarkt im Sommer 2015

Juli 2015: Derzeit ist die Nachfrage für viele Sortimente verhalten, das könnte sich jedoch in der zweiten Jahreshälfte wieder ändern. Auch jetzt kann man Holz zu guten Preisen verkaufen - den richtigen Vermarktungspartner vorausgesetzt.

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© RWA
Der internationale Kreditversicherer Coface prognostiziert für 2015 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3 %. Die größte Steigerung wird unter anderen China und den USA vorhergesagt. Europa ist gespalten: Während es für die Wirtschaft der südeuropäischen Staaten düster aussieht, befinden sich Deutschland und CEE auf der Überholspur. Für Österreich prognostiziert Coface 2015 ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,8 %. Die Schwäche des Euro gegenüber dem US-Dollar wirkt positiv auf eine erhöhte Nachfrage außerhalb der Eurozone, wovon auch österreichische Verarbeiter profitieren.

Was zuletzt am Markt geschehen ist

2 Schadereignisse prägten den vergangenen Winter: Der Eisbruch in Teilen Niederösterreichs Anfang Dezember 2014 brachten nach ersten Schätzungen 400.000 Festmeter Schadholz. Schlussendlich wurde, auch aufgrund von Geldern aus dem Katastrophenfonds, wesentlich mehr Holz aufgearbeitet, als ursprünglich angenommen. Vor allem in Niederösterreich waren die Sägewerke spätestens Ende März 2015 gut gefüllt. Genau da kam dann auch noch der Orkan Niklas, der vor allem in den Bundesländern Tirol, Salzburg und Oberösterreich einiges Schadholz hervorrief. Obwohl maximal 2% der Jahreseinschlagsmenge betroffen war, wurden die Rundholzpreise von den Sägewerken binnen kürzester Zeit um 6 - 8 Euro pro Festmeter gesenkt.

Positiv wirken sich die letzten Entwicklungen auf die Sägewerke und holzverarbeitende Industrie aus: Der teure Import konnte reduziert, der Rundholzpreis im Inland gesenkt werden. Der schwache Euro beflügelt die Exporte, Marktanteile konnten gewonnen werden.

Sägerundholz: Derzeit verhaltene Nachfrage

Im Mai war die Nachfrage nach Nadelsägerundholz verhalten, da die Standorte der Sägeindustrie sehr gut bevorratet sind. Die Holzernteaktivitäten beschränken sich im Wesentlichen auf die Schadholzaufarbeitung. Aufgrund der Preisreduktionen erfolgt der Frischholzeinschlag mit Zurückhaltung.

Waldbesitzer gehen davon aus, dass sämtliche Schadholzmengen über den Sommer aufgearbeitet und abgefrachtet sein werden. Für das IV. Quartal sehen viele ein Ansteigen auf das Preisniveau vor dem Sturm Niklas.

Industrieholz: Industrie ist im Moment gut versorgt

Die Papier-, Platten- und Zellstoffindustrie ist sehr gut mit Nadelindustrierundholz bevorratet. Aufgrund der laufenden Reparaturarbeiten in Pöls und der verstärkten Einschnitttätigkeit der Sägewerke ist der Holzbedarf entsprechend gering. Folglich ist die Zufuhr streng kontingentiert. Die Situation wird sich erst ändern, wenn Pöls wieder voll produzieren kann.

Buchenfaserholz wird verhalten nachgefragt, da große Mengen an Eisbruchholz im südlichen Niederösterreich angefallen sind und die Versorgungslage äußerst gut ist.

Waldhackgut: Der milde Winter bremste den Bedarf

Da der letzte Winter (2014/15) mild war, war auch der Verbrauch der Heizwerke gering und die Nachfrage ist dementsprechend schlecht. Interessant wird sein, wie sich die Kraftwerke positionieren, die nur Strom erzeugen. Nach Auslaufen der garantierten Förderzusage von 13 Jahren brauchen diese Werke auch einen Wärmeabsatz, um überlebensfähig zu sein. Manche werden stillgelegt, während andererseits heftig über Neubauten (wie in Klagenfurt) diskutiert wird.

Der Partner auch in schwierigen Zeiten

Die Lagerhausorganisation hat langjährige und schlagkräftige Abnehmer im In- und Ausland. Dadurch kann auch in schwierigen Zeiten Holz abgesetzt werden. Auch jetzt kann man Holz zu guten Preisen vermarkten, obwohl die Spitzenpreise natürlich gekappt wurden.

Falls Sie Informationen rund ums Holzgeschäft sowie Forsttechnik benötigen, kommen Sie in Ihr Lagerhaus. Unsere Holzprofis der Lagerhäuser stehen immer zur Verfügung.
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Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA-Holzabteilung