Wem verkaufe ich mein Holz?

Für viele Waldbesitzer ist der Höchstpreis beim Holzverkauf das Wichtigste. Man schaut nicht auf andere Parameter. Durch die Besonderheiten des Holzgeschäftes ist das aber oft nicht die richtige Entscheidung.

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Holzverkauf ist Vertrauenssache. © RWA
Viele Waldbesitzer stellen sich vor einer anstehenden Holzschlägerung die Frage: „Wem verkaufe ich mein Holz?“ In den folgenden Zeilen finden Sie ein paar Überlegungen, die man in die Entscheidungsfindung einbeziehen sollte.

Vertrauen als Basis

Holzverkauf ist vor allem Vertrauenssache. Im Normalfall bekommt man die genaue Menge und die endgültige Qualitätsansprache vom Sägewerk oder der Papier-/Plattenindustrie geliefert, die das Rundholz mittels geeichtem Rundholzvermessungsanlagen oder Waagen übernimmt. Sägewerke arbeiten oft mit Holzhändlern zusammen. Diese kennen die lokalen Gegebenheiten und wissen auch über die Vorzüge und Nachteile von Endabnehmern Bescheid. Es tauchen aber immer wieder Glücksritter auf, die versuchen, durch Unkorrektheiten den Holzlieferanten zu übervorteilen. Holzhandelsorganisationen wie etwa die Lagerhäuser sind zu bevorzugen, da diese auch in Zukunft noch Geschäfte mit dem Holzbauern machen wollen. Daher legen seriöse Händler Wert auf vertrauensbildende Maßnahmen. Das Einholen von Informationen über den Holzkäufer ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Schlägerung:Kontrolle wichtig

Immer weniger Waldbauern haben Zeit, das Holz selbst zu schlägern, das Holz wird daher oft von Firmen geerntet. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Holzkäufer, Schlägerungsunternehmen und Transportunternehmen gut zusammenarbeiten. Empfehlenswert ist allerdings, dass Schlägerer und Frächter eine gegenseitige Mengenkontrolle durchführen. Das heißt, es sollte nicht die gleiche Firma sein. Bei der Unterschrift am Vertrag ist es gut zu wissen, wer die Schlägerung und die Abfrachtung durchführt. Die Qualität der Arbeit (Stammentnahme, Längen- ausformung, ...) sollte man selbst überprüfen, um rechtzeitig Änderungen vornehmen zu können.

Abtransport - nur mit Lieferschein

Es gilt: Ohne Lieferschein darf kein Lkw den Wald verlassen. Datum, Uhrzeit und Kennzeichen des Lkw sowie die vom Fahrer geschätzte Menge sollten darauf vermerkt sein. Ob das jetzt ein Postkasten ist, wo der Lieferschein eingeworfen wird, oder ob es persönliche Anwesenheit ist: Transparenz ist oberstes Gebot. Dieses System verhindert Diebstahl und hilft auch, dass alle Fuhren dem richtigen Waldort und Schlägerer zugeordnet werden können. Wichtig ist auch, dass das Holz zügig und vollständig abgefahren wird. Es ist ärgerlich, wenn nur ganze Lkw-Züge rasch wegtransportiert werden und einzelne Stücke dann wochenlang liegen bleiben.

Übernahme: Auf Protokoll achten

Für jede Fuhre Sägerundholz müssen Einzelstammprotokolle ausgehändigt werden. Damit kann der Verkäufer die Klassifizierung im Werk sowie die Ausformung durch das Schlägerungsunternehmen und schließlich das Zustandekommen des Preises kontrollieren. Man glaubt es kaum, aber es gibt Holzhändler, die einen Gesamtpreis für die zu erwartende geschlägerte Fläche nennen. Diese Methode ist laut Forstgesetz aus gutem Grund verboten, meistens wird nämlich der Verkäufer „übers Ohr gehauen“.

Auf Sicherheit achten

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten versuchen sich viele Forstdienstleister oder Frächter, als Holzhändler, um fehlenden Verdienst im angestammten Bereich durch Holzhandel zu kompensieren. Oft fehlt im kapitalintensiven Holzgeschäft aber die Finanzdecke und bei verspäteten (oder ausbleibenden) Zahlungen der Endabnehmer geraten die Holzhändler selbst in Schwierigkeiten. Man sollte sich daher genau die Bonität des Holzkäufers anschauen.

Profitipp: Vertrauen und Sicherheit

Dank moderner Medien und globaler Märkte sind die Preise in der Holzwirtschaft transparent geworden. Unter stabilen Rahmenbedingungen findet man kaum noch Abnehmer, die für das Massensortiment Fichte A/B/C 5 Euro mehr oder weniger bezahlen. Alles bewegt sich auf einem regional ziemlich einheitlichem Niveau. Daher ist es meist besser, dort zu verkaufen, wo Vertrauen vorhanden ist und das Rundherum – vor allem die Zahlungssicherheit – passen.

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Weitere Informationen über den Holzmarkt geben Ihnen auch die Holzeinkäufer der Lagerhäuser. Hier bekommen Sie auch Unterstützung, wenn Sie Dienstleister wie Schlägerungsunternehmen sowie Maschinen für den Forst benötigen.

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