Wem verkaufe ich mein Holz?

Der Holzverkauf hat viele Besonderheiten. Nicht immer ist der vermeintliche Höchstpreis das wichtigste Kriterium. Vertrauen ist unverzichtbar.

HolzverladungHolzverladungHolzverladung[1395746339920966.jpg]
© RWA
Für viele Waldbesitzer ist der Preis einer Durchmesser-Dimension (Höchstpreis) das Wichtigste beim Holzverkauf. Man schaut nicht auf andere Parameter. Durch die vielen Besonderheiten des Holzgeschäftes ist das aber am Ende des Tages oft nicht die richtige Entscheidung.

Holzverkauf ist vor allem Vertrauenssache. Im Normalfall bekommt man die genaue Menge und die endgültige Qualitätsansprache vom Sägewerk oder der Papier/Plattenindustrie geliefert, wo das Rundholz mittels geeichten Vermessungsanlagen oder Waagen übernommen wird.

Manchmal nicht korrekte „Glücksritter“ am Werk

Kleinere Mengen kaufen Sägewerke vielfach nicht direkt ein, sondern erledigen das oft über Holzhändler. Diese kennen die lokalen Gegebenheiten und wissen auch über die Vorzüge und Nachteile der Endabnehmer Bescheid. Unter diesen Händlern tauchen aber immer wieder Glücksritter auf, die versuchen, durch kleinere oder größere Unkorrektheiten den Holzlieferanten zu übervorteilen.

Händler für langfristige Geschäftsbeziehung

Holzhandelsorganisationen, die schon lange im Geschäft sind – wie etwa die Lagerhäuser – sind zu bevorzugen, da diese auch in Zukunft noch Geschäfte mit dem Holzbauern machen wollen. Daher legen seriöse Händler Wert auf vertrauensbildende Maßnahmen. Einholen von Informationen über den Holzkäufer ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Schlägerer und Frächter: Menge kontrollieren

Immer weniger Waldbauern haben Zeit, das Holz selbst zu schlägern. Die Ernte erfolgt daher oft von Firmen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn der Holzkäufer, das Schlägerungsunternehmen und das Transportunternehmen gut zusammenarbeiten. Empfehlenswert ist allerdings, dass der Schlägerer und der Frächter eine gegenseitige Mengenkontrolle durchführen. Das heißt, es sollte nicht die gleiche Firma sein. Bei der Unterschrift am Vertrag ist gut zu wissen, wer die Schlägerung und die Abfrachtung durchführt. Schwarze Schafe sind in der Regel bekannt.

Einige Holzkäufer bieten auch eine Auszeige an. Auf jeden Fall sollte man die Qualität der Arbeit (Längenausformung, Stammentnahme, etc.) öfters selbst überprüfen, um rechtzeitig Änderungen vornehmen zu können.

Abtransport: Transparenz ist oberstes Gebot

Es gilt die Regel: Ohne Lieferschein darf kein Lkw den Wald verlassen. Datum, Uhrzeit und Kennzeichen des Lkw sowie die vom Fahrer geschätzte Menge sollten darauf vermerkt sein. Ob der Lieferschein in einen Postkasten eingeworfen wird, oder ob es persönliche Anwesenheit ist – Transparenz ist oberstes Gebot. Dieses System hilft, Diebstahl zu verhindern und vor allem, dass alle Fuhren dem richtigen Waldort und Schlägerer zugeordnet werden können.

Wichtig ist, dass das Holz zügig und vollständig abgefahren wird. Es ist ärgerlich, wenn nur ganze Lkw-Züge rasch wegtransportiert werden und einzelne Stücke wochenlang liegen bleiben.

Übernahme mit Einzelstammprotokollen

Für jede Fuhre Sägerundholz müssen Einzelstammprotokolle ausgehändigt werden. Damit kann der Verkäufer die Klassifizierung im Werk sowie die Ausformung durch das Schlägerungsunternehmen und schließlich das Zustandekommen des Preises kontrollieren. Man glaubt es kaum, aber es gibt noch Holzhändler, die mit der Messkluppe in Bausch und Bogen einen einzigen Preis für die zu erwartende geschlägerte Fläche nennen. Diese Methode ist aus gutem Grund laut Forstgesetz verboten, meistens wird dabei nämlich der Verkäufer „übers Ohr gehauen“.

Auf Sicherheit bei der Bezahlung achten

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten versuchen sich viele Forstdienstleister, Frächter und andere als Holzhändler, weil man fehlende Verdienstmöglichkeiten im angestammten Bereich durch Holzhandeln kompensieren möchte. Oft fehlt im kapitalintensiven Holzgeschäft die Kapitaldecke und bei verspäteten (oder sogar gänzlich ausbleibenden) Zahlungen der Endabnehmer geraten die Holzhändler selbst in Schwierigkeiten. Man sollte sich daher genau die Bonität des Holzkäufers anschauen.

Dank der heutigen modernen Medien und der globalen Märkte sind die Preise in der Holzwirtschaft sehr transparent geworden. In stabilen Rahmenbedingungen findet man kaum noch Abnehmer, die für das Massensortiment Fichte A/B/C 5 Euro mehr oder weniger bezahlen. Alles bewegt sich auf einem ziemlich einheitlichen Niveau. Daher ist es meist besser, dem zu verkaufen, wo das Vertrauen vorhanden ist und das Rundherum (vor allem die Bezahlung) passt.
Wenn Sie Informationen rund ums Holzgeschäft benötigen, kommen Sie in Ihr Lagerhaus. Die Holzprofis stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Jetzt im Angebot!

Auf dieser Seite finden Sie ausgewählte Produkte aus unserem Sortiment. Viele weitere Artikel erhalten Sie in Ihrem Lagerhaus. Fragen Sie Ihren Lagerhaus-Fachberater!
Autor:
DI Reinhard Pfeffer, Leiter der RWA-Holzabteilung