Hybridgerste: Kraft aus der Wurzel schöpfen

Bei der Hybrid-Wintergerste sind Spitzenerträge möglich. Voraussetzung ist eine entsprechende Bestandesführung. Wir verraten Ihnen, worauf Sie dabei achten sollten.

Wintergerste - Hobbit und Trooper

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© DIE SAAT
Von der bewährten Hybridsorte Hobbit von DIE SAAT wird es (vorbehaltlich der Anerkennung) für den Herbstanbau 2014 wieder Saatgut geben. Neu für 2014 ist die Sorte Trooper. Die Vorteile der Hybridsorten sind:
  • Bei den Sorten aus diesem Züchtungsprogramm wirkt sich der Heterosiseffekt auf alle entscheidenden Ertragsfaktoren positiv aus.
  • Die Spitzenerträge durch Hybrid-Vitalität sind unter anderem auf ein besonders leistungsstarkes Wurzelsystem zurückzuführen.
  • Die Hybridgerste beginnt nach der Vegetationsruhe früher und rascher mit der Wurzelneubildung.
  • Die Folge ist ein dichteres Wurzelsystem mit einer höheren Anzahl an Kronenwurzeln.  Kronenwurzeln sind für die Wasser- und Nährstoffaufnahme zuständig.

Starke Wurzeln

  • Die Kraft der Wurzeln wirkt sich auch oberirdisch positiv auf die Pflanze aus.
  • Gleichmäßige und robuste Bestockungstriebe kennen keinen Stress.
  • Hobbit und Trooper heben sich durch diese Vitalität und Wuchs von anderen Gerstensorten ab.
  • Eine gesunde Pflanze besitzt eine bessere Nährstoffaneignung.
  • Hybridgersten können den Stickstoff besonders effektiv für die Ertragsbildung umwandeln.

Mehr Ertrag

Der Mehr-Ertrag und die Ertragsstabilität sind nicht nur durch mehr Ähren je m² gegeben, sondern auch durch die erhöhte Kornanzahl je Ähre. Hobbit und Trooper liefern auch schöne, große Körner mit gutem Hektorlitergewicht. Durch diese Bestockungsfreudigkeit der Hybridgerste kann die Aussaatstärke um ca. 1/3 im Vergleich zu anderen Gerstensorten reduziert werden. Ein längeres Anbaufenster ist mit der neuen Hybridtechnologie auch gegeben.

Das gilt es bei der Kulturführung zu beachten:

Um diese neue Technologie voll auszunutzen, ist auf eine richtige Kulturführung zu achten:
  • Gleich zu Vegetationsbeginn ist die erste N-Gabe von nur 30–40 kg N auszubringen.
  • Die zweite N-Gabe sollte vom zweiknoten Stadium BBCH 32 bis zum vollständigen Erscheinen des Fahnenblattes BBCH 45 mit 60–80 kg N erfolgen. Ist diese zweite Gabe schon früher notwendig, dann ist die Menge folgendermaßen aufzuteilen: zuerst 30–50 kg N und weitere 30–50 kg im BBCH-Stadium 39–49, wenn das Schossen fast zu Ende ist/Fahnenblatt sich entwickelt, ausbringen.
  • Ergänzend zur N-Düngung sollte vor allem auf trockenen Standorten auf eine Schwefelversorgung geachtet werden.
  • Für hohe Kornerträge sind (wie bei anderen Getreidearten) Wachstumsregler von Vorteil.
  • Es ist darauf zu achten, dass Pflanzenschutzmittel verwendet werden, die nicht nur die Pflanze einkürzen, sondern auch das starke Wurzelwachstum positiv unterstützen.
  • Eine Fungizidbehandlung ist zu setzen, um das hohe Ertragspotenzial voll nutzen zu können. Dabei sollten Mittel bevorzugt werden, die gegen Ramularia und Netzfleckenkrankheiten gut wirksam sind.

Hobbit: Eine Sorte mit enormem Potenzial

Zusammenfassend kann festgehalten werden: Bei entsprechender Bestandesführung bringt die Hybridwintergerste Hobbit aufgrund der Hybridtechnologie zuverlässige Erträge. Ein leistungsstarkes Wurzelsystem, höhere Stickstoffeffizienz und größere Anbauflexibilität tragen dazu bei.