IG Erdäpfel empfiehlt Rodung bei ausreichender Schalenfestigkeit

Preise angesichts geringen Ertrags mäßig - im Vergleich zu Nachbarländern höher.

Wien, 12. September 2017 (aiz.info). - In den Erdäpfelanbaugebieten Niederösterreichs ist die Einlagerung nach einem vegetationsbedingt deutlich späteren Start als im Vorjahr nun in vollem Gange. Die Lager sind schon gut gefüllt. Um Qualitätsprobleme aufgrund etwa von Drahtwurm zu vermeiden, sind Rodungen bei ausreichender Schalenfestigkeit der Knollen sinnvoll, empfiehlt die Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau (IGE). Die Hektarerträge bleiben trotz späterer Ernte und damit verlängerter Vegetationsphase wie erwartet gering. Angesichts der geringen Erträge ist das heimische Preisniveau nur mäßig, im Vergleich zu den Nachbarländern allerdings überdurchschnittlich. Dadurch könnte das Interesse an Vermarktungsmöglichkeiten am österreichischen Speisekartoffelmarkt steigen. Die Erzeugerpreise liegen in Niederösterreich für mittelfallende Ware stabil bei 22 bis 25 Euro/dt. Übergrößen werden meist mit 20 Euro/dt abgegolten. Für drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel werden in Niederösterreich 26 Euro/dt bezahlt. Aus Oberösterreich wurden unverändert Preise von 25 Euro/dt gemeldet.

Die Stimmung am deutschen Kartoffelmarkt bleibt trüb. Auch dort haben die Rodungen für die Einlagerung begonnen. Dabei zeigt sich, dass Qualitäten und möglicherweise auch die Haltbarkeit unter den Erwartungen bleiben. Erschwert wird die Marktsituation dadurch, dass sowohl in den deutschen Zuschussgebieten als auch im Export derzeit zu wenig Nachfrage nach Kartoffeln besteht. Die im Bundesschnitt genannten Preise für erste Qualität gingen erneut zurück und lagen zuletzt zwischen 14 und 15 Euro/dt. Die Preise für B-Ware liegt noch deutlich darunter.