Ist der Wald Sparbuch oder Risikopapier?

Der Wald ist ein interessantes Investment. Er gilt traditionell als das „Sparbuch“ vieler Bauern. Also einfach zurücklehnen und abwarten? Nein, denn die Bestände nicht zu bewirtschaften, birgt Risiken.

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© RWA
Die Nachfrage nach Waldgrundstücken ist enorm gestiegen. Spätestens seit der Finanzkrise investieren zahlungskräftige Kunden in den vermeintlich sicheren Grund und Boden - in den Wald. Vor allem Eigenjagden ab 115 ha finden oft binnen kürzester Zeit einen Käufer. Allerdings gilt im heimischen Privatwald oft der Grundsatz: „Wald verkauft man nicht, den vererbt man!“ Wenn man den Wald rein als Sparbuch betrachtet, sollte man folgende Überlegungen anstellen: Kleinstwaldbesitzer sehen ihren Wald oft als Brennholzlieferant. Theoretisch würde 1 ha genügen, um den Eigenbedarf eines Einfamilienhauses an Brennholz zu decken. Man braucht allerdings mehrere Bestände in unterschiedlichen Altersklassen, um jährlich gleichbleibende Nutzungen zu ermöglichen. 1 ha 3-jähriger Wald nützt wenig, da man hier nichts ernten kann.

Durchforsten lohnt sich

Eine Durchforstung ist absolut sinnvoll – nicht nur aus waldbaulichen Gründen (Lenkung des Zuwachses auf die gewünschten Stämme, Lenkung der gewünschten Baumartenverteilung, Erhöhung der Bestandesstabilität, etc.), sondern auch um Gewinne zu realisieren:
  • Der Zuwachs ist die natürliche Verzinsung von Waldboden und Waldbestand. Durchforstungen bringen Zwischenerträge für die aktuelle Waldbesitzergeneration, Erträge aus der Endnutzung kommen nur etwa jeder 3. Generation zu Gute.
  • Durch Durchforstungen werden die vitalsten Bäume gezielt gefördert. Deren Durchmesserzuwachs steigt überdurchschnittlich, größere Stärkeklassen werden schneller erreicht. Die verbleibenden Bäume gehören zu den vitalsten, wachsen durch die verminderte Konkurrenz besser und erreichen schneller stärkere Dimensionen. Dieser Zuwachs ist bei den ersten Durchforstungen größer als der „verlorene“ Zuwachs der gefällten Bäume.

Keine Geldanlage ist ohne Risiko

Dem Wald können Stürme, Borkenkäfer, Schneebruch, Trockenschäden etc. zu schaffen machen. Auch Alters-, Baumarten- und Vorratsstruktur eines Waldes spielen eine Rolle. Durch aktive, möglichst frühe Durchforstungen kann man dieses Risiko allerdings stark minimieren. Die Vorteile eines stabilen, durchforsteten Bestandes liegen auf der Hand: Der Waldbesitzer und nicht der Sturm oder der Käfer entscheidet über Nutzungen, man hat laufend Einkünfte und die Schwankungen der Holzpreise gleichen sich aus (Durchschnittspreis). Auch das Risiko ist durch gestreute Baumarten, Sortimente und Altersstrukturen wesentlich geringer.

Trend zu früherer Naturverjüngung

Für den kleinen Waldbesitzer ist es oft schwierig, den richtigen Zeitpunkt der Endnutzung zu finden. Je früher man die Entscheidungsfindung beginnt, umso leichter kann man über den Folgebestand entscheiden. Mit zunehmendem Alter nimmt auch der Zuwachs ab und das Risiko durch Sturm und Käferbefall steigt. Der Trend geht darum eindeutig dahin, die Naturverjüngung früher einzuleiten, um flexibel zu bleiben.

Sparbuch Wald statt Risikopapier

Wald ist auch aus finanziellen Motiven heraus ein interessantes Investment. Der Vergleich mit einem Sparbuch birgt aber die Gefahr, den Wald kaum aktiv zu bewirtschaften und einfach abzuwarten („Der Wald wächst von alleine“). Im Waldbestand führt das nach einigen Jahren zu steigenden Risiken. Dann kann aus dem „Waldsparbuch“ schnell ein Risikopapier werden. Deshalb gilt in der Summe: Keine Scheu vor Nutzungen!
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Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA