Inflation legte im Mai 2016 leicht auf 0,6% zu

Preise für Nahrungsmittel stabil - Mieten spürbar teurer.

Wien, 16. Juni 2016 (aiz.info). - Die österreichische Inflationsrate stieg im Mai 2016 laut Berechnungen von Statistik Austria auf +0,6% (April +0,5%). Ausschlaggebend dafür war vor allem eine stärkere Preisdynamik bei Mieten und Beherbergungs-Dienstleistungen. Auf der anderen Seite dämpften Treibstoffe die Inflation. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke blieben nahezu preisstabil.

Ohne Restaurants und Hotels wäre Inflation halb so hoch gewesen

Der Hauptpreistreiber im Jahresvergleich war die Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich +3,2%), wobei vor allem die teureren Bewirtungs- Dienstleistungen (+2,9%) dafür verantwortlich waren. Beherbergungen kosteten im Schnitt um 4,4% mehr.

Zu durchschnittlichen Preisanstiegen von 1,4% kam es in der Kategorie "Freizeit und Kultur". Die mittlere Teuerung in der Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" betrug +1,4%. Als ausschlaggebend dafür erwiesen sich hier höhere Preise für Versicherungsdienstleistungen (+1,8%). Für die Preisanstiege von 2,7% im Bereich "Gesundheitspflege" waren insbesondere ambulante Dienstleistungen verantwortlich, die sich insgesamt um 3,5% verteuerten.

In der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" stiegen die Preise durchschnittlich um 0,6%. Wohnungsmieten kosteten insgesamt um 2,9% mehr als vor einem Jahr. Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich im Schnitt um 1%. Die etwas schwächere, aber dennoch klar negative Tendenz bei den Heizölpreisen (Mai -20,6%, April -24,2%) beeinflusste die Preisentwicklung der gesamten Haushaltsenergie merklich (durchschnittlich -3,2%; Gas -2,4%; Fernwärme -1,3%; feste Brennstoffe +0,3% und Strom +1,1%).

Preise für Milch, Käse und Eier gesunken

Die Kategorie "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" blieb mit +0,1% nahezu preisstabil. Nahrungsmittel allein verteuerten sich insgesamt um 0,1% (Fleisch +1,1%; Brot und Getreideerzeugnisse +0,9%; Gemüse +0,8%; Obst +0,3%; jedoch Milch, Käse und Eier insgesamt -3,0%). Alkoholfreie Getränke kosteten um 0,4% mehr.

Die Preise in der Ausgabengruppe "Verkehr" gingen im Jahresabstand durchschnittlich um 2,9% zurück. Hauptverantwortlich dafür waren die Treibstoffe, die erneut als Hauptpreisdämpfer wirkten (-11,8%). Im April hatten sie um 13,5% weniger gekostet. Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 3,8%.

Täglicher Einkauf teurer geworden - wöchentlicher Einkauf billiger

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbes, der überwiegend Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, erhöhte sich im Jahresabstand um 0,8% (April +1,4%). Der Preis für einen Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Lebensmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, verringerte sich im Jahresabstand um 1,9% (April -1,8%).

Die harmonisierte, auf europäischer Ebene vergleichbare österreichische Inflationsrate betrug im Mai +0,6% und war damit gleich hoch wie der Verbraucherpreisindex. Im Euroraum und in der gesamten EU lag dieser Wert bei -0,1%.