Auswirkung gesetzlicher Regelungen im Pflanzenschutz

2013 wurde in der breiten Öffentlichkeit sehr viel über Pflanzenschutzmittel diskutiert und geschrieben. Wenig davon beruhte auf fachlich fundierten Aussagen von Experten.

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© John Deere
Der Einsatz ist in der konventionellen, hochproduktiven Landwirtschaft ein sensibler, aber unverzichtbarer, notwendiger Bestandteil. Pflanzenschutzmittel sind hochinnovative Produkte, die nur nach streng geregelten gesetzlichen Zulassungsverfahren eine Registrierung erhalten.

Fungizide sicherten Ertrag und Qualität

Der erfolgreiche Einsatz von Fungiziden im Getreidebau zeigte, dass mit minimalem Einsatz die Erträge abgesichert und Qualitäten verbessert werden konnten. Auch der gezielte Einsatz von Insektiziden bei Raps gegen das massive Auftreten von Rapsglanzkäfer schützte die heimischen Landwirte vor einem totalen Ernteausfall.

Maisanbau: Hohe Verluste befürchtet

In Folge der öffentlichen, medialen Diskussion über den Einsatz von Neonikotinoiden wurden im Jahr 2013 drei Wirkstoffe aus der Gruppe der Neonikotinoide verboten. Das Verbot erfolgte ohne eindeutige Beweisführung, dass Neonikotinoide für das Bienensterben verantwortlich sind. Seit Anfang Oktober ist die effektivste Bekämpfungsmethode in der Abwehr gegen den Invasiven Diabrotika (Maiswurzelbohrer), die Beizung, nicht mehr erlaubt.

Ohne eine effektive Bekämpfung des Maiswurzelbohrers wird der Maisanbau in Österreich nur noch mit extremen Risiken von hohen Ernteausfällen möglich sein. Da der wichtigste und aktuell einzige verfügbare Wirkstoff zur Bekämpfung von Diabrotika verboten ist, wird sich 2014 zeigen, ob alternative Bekämpfungsmaßnahmen auch nur annähernd eine ausreichende Wirkung zeigen, um die heimischen Landwirte vor wirtschaftlichen Verlusten zu schützen.

Bekämpfung von Ambrosia unverzichtbar

Auch die öffentliche Kommunikation über andere nützliche Maßnahmen, wie etwa die Bekämpfung der Pflanze Ambrosia (Ragweed), ist unpopulär geworden. Diese Pflanze ist unter anderem dafür verantwortlich, dass Allergiker verstärkt leiden müssen und nur noch wenige Monate im Jahr ohne Reizungen im Freien verbringen können. Ambrosia wird in der Fachwelt der Medizin als die „am stärksten allergen wirkende Pflanze weltweit“ bezeichnet. Sie ist ein Auslöser für Kreuzallergien. Tendenz steigend.

Das Problem sind nicht die landwirtschaftlichen Flächen. Hier ist gezielter Herbizideinsatz eine Lösung. Die Verbreitung erfolgt vielmehr über Straßenränder, Wegränder und Böschungen. Ohne konsequente, koordinierte Bekämpfung wird die Ausbreitung über große Flächen Österreichs weitergehen und dabei heimische Arten verdrängen.

Sachkundenachweis für Landwirte

Die Umsetzung der EU-Verordnung, des Pflanzenschutzmittelgesetzes 2011 und der Landesgesetze zeigt erste Auswirkungen auf die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln. Alle Landwirte, die ab dem 26.November 2013 Pflanzenschutzmittel verwenden (einsetzen, ausbringen, applizieren), müssen sachkundig sein und/oder im Besitz eines Sachkundenachweises (NÖ, OÖ, Wien: 2013; Ktn.: 2014; Bgld., Stmk., Tirol, Vbg.: 2015) sein.

Viele Landwirte sind bereits sachkundig oder haben sich bei der Landwirtschaftskammer informiert, ob Schulungen nachzuholen sind. Da es in den neun Bundesländern unterschiedliche Regelungen gibt, würde es den Rahmen dieses Artikels sprengen, alle Details anzuführen. Vorsicht ist jedenfalls für die Anwender geboten, welche über die Bundeslandgrenzen hinaus Pflanzenschutzmittel anwenden. Hier muss vor der Anwendung erfragt werden, ob der bestehende Sachkundenachweis auch im benachbarten Bundesland anerkannt wird. Tatsache ist aber, dass jeder Landwirt erst ab dem 26. November 2015 beim Einkauf von Pflanzenschutzmitteln den Sachkundenachweis im Lagerhaus vorweisen muss.

Einkauf: Österreichische Registernummer Pflicht

Beachten Sie auch die gesetzlichen Hinweise für den Einkauf von Pflanzenschutzmitteln in der Saison 2014: Seit 1. Jänner dürfen nur noch Pflanzenschutzmittel mit österreichischer Registernummer eingekauft werden. Pflanzenschutzmittel, die bis 31. Dezember 2013 mit deutscher oder holländischer Registernummer gekauft wurden, dürfen bis Ende 2014 angewendet werden.

Mehr Infos

Für Ihren sicheren Einkauf von Pflanzenschutzmittel für die Saison 2014 finden Sie eine Information mit den wichtigen Hinweisen im Artikel Pflanzenschutzmittel: Worauf Sie achten sollten.

Eine Übersicht mit allen wichtigen Informationen zu den neuen Pflanzenschutz-Produkten für 2014 können Sie in der nächsten Ausgabe von Unser Land (März 2014) lesen.

Neben der richtigen Produktauswahl ist das Wissen um den richtigen Einsatzzeitpunkt ein unverzichtbarer Bestandteil. Eine optimale Beratung erhalten Sie in Ihrem Lagerhaus vor Ort und online auf www.spritzplan.at.

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Autor:
Mag. Thomas Karl, RWA