Internationaler Milchmarkt: GlobalDairyTrade-Index sinkt um 2,4%

Auch Butter- und Milchpulver-Notierungen rückläufig.

Auckland, 5. Oktober 2017 (aiz.info). - Nach zwei Auktionen mit steigenden Notierungen im September wurden am Dienstag dieser Woche beim jüngsten Event an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) überwiegend rückläufige Preise verzeichnet. Der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, gab um 2,4% nach. Mit Ausnahme von Cheddar-Käse und Kasein tendierten die Kurse für alle anderen gehandelten Molkereiprodukte nach unten. Diesmal gaben auch die Preise für fetthaltige Produkte wie Butter spürbar nach. Die nächste Auktion findet am 17. Oktober statt.

Konkret sanken bei der jüngsten Auktion die Preise für wasserfreies Milchfett (AMF) gegenüber dem vorhergehenden GDT-Event im Mittel um 3,4%. Der Butter-Index verringerte sich um 3,6%, jener für Buttermilchpulver sank sogar um 10,3%. Auch bei Magermilchpulver wurde ein Minus verzeichnet (-1,4%). Das Hauptprodukt Vollmilchpulver wurde um 2,7% niedriger bewertet. Lediglich Cheddar-Käse (+1,9%) und Kasein (+0,9%) erzielten Aufschläge. Insgesamt wurden bei dieser Auktion Milchprodukte im Umfang von 37.990 t gehandelt (vorangegangene Ausschreibung: 34.117 t), die Zahl der Bieter lag bei 149.

Noch keine Trendwende

Neuseeländische Analysten weisen darauf hin, dass es sich beim jüngsten Minus von 2,4% um den stärksten Rückgang des Gesamtindex seit März 2017 handelt. Gleichzeitig wollen sie aber nicht von einer Trendwende bei den Preisen für Molkereiprodukte sprechen. Eigentlich hatten manche Experten aufgrund des schwachen Starts in die neue neuseeländische Milchsaison 2017/18 - die Anlieferung beim Marktführer Fonterra lag im August um 2% unter dem Vorjahreswert - eher mit steigenden Notierungen gerechnet. Außerdem wurde bei Vollmilchpulver, wo mittlerweile die Produktionsspitze erreicht ist, fast das gesamte Angebot verkauft. Nathan Penny, Agrarexperte der neuseeländischen ASB Bank, sieht daher bei den Notierungen für dieses Produkt noch "Luft nach oben". Penny will auch den deutlichen Rückgang der Butterpreise nicht überbewerten, diese würden sich mit 5.837 USD/t noch auf einem außergewöhnlich hohen Niveau befinden, meint er (bei der Auktion vor einem Jahr lagen sie noch bei 3.984 USD/t.) Die globale Nachfrage nach Butter sei weiterhin sehr hoch und das Angebot nicht reichlich, so Penny.

Der Höhenflug der Butterpreise wurde vorerst auch in Europa gestoppt. Nach dem Rückgang der Blockbutter-Notierung um 15 Cent in der vergangenen Woche setzte die Süddeutsche Butter- und Käsebörse die amtliche Spanne heute erneut herab, und zwar um 20 Cent auf 6,50 Euro/kg am unteren und 10 Cent auf 6,90 Euro/kg am oberen Ende der Bandbreite. Die Marktteilnehmer seien in der Warteposition, Blockware tendiere daher schwächer, berichtet die "agrarzeitung" online. Geformte Butter könne aber noch sehr gut abgesetzt werden. Auch in Leipzig an der European Energy Exchange (EEX) war diese Woche eine weitere Abwärtsbewegung der Kurse für Butter-Futures mit Fälligkeit in diesem Jahr zu erkennen. Marktbeobachter rechnen aber damit, dass die Nachfrage wie gewohnt vor dem Jahresende noch einmal anziehen wird.