Borkenkäfer-Situation im November 2013

Im Frühjahr 2013 dachte noch niemand daran, dass heuer in Österreich wieder mehr Käferholz anfallen könnte als im Jahr 2012 mit etwa 880.000 Festmetern. Experten erwarten 2013 mehr als eine Million Festmeter Käferschadholz.

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© Agrarfoto
Die feuchte Witterung im Frühjahr 2013 bewirkte eine gute Wasserversorgung der Wälder und gleichzeitig wurde die Borkenkäferentwicklung gebremst.

Laut den Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) gab es im Frühjahr und -sommer fast überall in Österreich überdurchschnittliche Niederschläge, im Mai sogar oft mehr als das Doppelte des langjährigen Durchschnitts.

 

In den südlichen Landesteilen hingegen war es trockener. Daher wurden in der ersten Jahreshälfte kaum Borkenkäferschäden sichtbar. Von Mitte Juli bis Mitte August wurden über mehrere Wochen hinweg sehr hohe Temperaturen, zum Teil über 40° C, gemessen.

 

Durch die sommerliche Hitze- und Trockenperiode wurde die Situation plötzlich kritisch. Einerseits wurde in den niederschlagsarmen und trockenen Gebieten Trockenschäden festgestellt (Niederösterreich, Teile der Steiermark und Kärnten). Als Folge wurde aber auch die Abwehrkraft der Bäume gegenüber Schädlingen, insbesondere Borkenkäfern, herabgesetzt. Die Entwicklung der Borkenkäfer wurde durch die Trockenheit begünstigt und eine neue Population mit einer großen Anzahl an Individuen entwickelte sich schneller als normal.

Steiermark: Verdoppelung des Käferholzes

In der Steiermark rechnet man mit einer Verdoppelung des Käferholzes (von 270.000 Festmeter im Vorjahr auf rund 500.000 Festmeter heuer), wobei der Schadholzanfall durch sommerliche Gewitterstürme sich in diesem Jahr noch gar nicht ausgewirkt hat. In Kärnten, in Niederösterreich und dem Burgenland ist die Situation ähnlich und es werden auch hier steigende Käferholzmengen gemeldet. In den restlichen Bundesländern dürften die Schäden auf Vorjahresniveau bleiben, obwohl vor allem regional auf trockenen Standorten erhebliche Schäden gesichtet wurden.

Mehr als eine Million Festmeter Schadholz

Das Institut für Waldschutz des BFW geht davon aus, dass es insgesamt wieder mehr als eine Million Festmeter Käferholz in Österreich geben wird. Eine Auswirkung auf den Holzmarkt hat diese Menge wahrscheinlich nicht, da der Markt aufnahmefähig und hungrig nach Holz ist. Interessant ist, dass auch Kupferstecher, Kiefern- und Lärchenborkenkäfer regional (z.B. im Wiener Becken) deutlich an Bedeutung gewonnen haben.

Unbedingt Kontrolle auf Befall durchführen

Die Forstexperten der Lagerhäuser empfehlen unbedingt eine Kontrolle der Bestände auf Borkenkäferbefall, oft erkennbar am Bohrmehl an den Stammfüßen. Man sollte nicht nur die befallene Stämme aus dem Wald bringen, sondern auch die umliegenden Bäume gleich mitnehmen. Hier könnte auch der Borkenkäfer unbemerkt eingenistet sein. Nur durch rasches Eingreifen kann das Vermehrungspotential für nächstes Jahr klein gehalten werden. Einerseits spart man durch größere Eingriffe Erntekosten und andererseits werden durch größere Holzmengen oft auch bessere Preise bezahlt. Auch hier ist Schnelligkeit gefragt, da es Anzeichen gibt, dass die Rundholzpreise eventuell im nächsten Jahr etwas rückläufig sein könnten. 

Noch dazu weiß man nicht, wie sich die Preise im nächsten Jahr entwickeln.

Was passiert, wenn man das Käferholz nicht sofort entfernt?

Der Borkenkäfer kann im Holz überwintern und vermehrt sich im nächsten Frühjahr und kann dadurch auch weitere Bäume schädigen und zum Absterben bringen. Laut Forstgesetz 1975 ist der Waldbesitzer sogar verpflichtet, geeignete bekämpfungstechnische Maßnahmen zu treffen. Ein rasches Entfernen aus dem Wald ist wahrscheinlich die effizienteste und billigste Maßnahme überhaupt. Meistens ist im nächsten Jahr auch die Verblauung schon soweit fortgeschritten, dass das Holz oft nur mehr als CX-Qualität oder gar als Faserholz verwertet werden kann.

 

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